Baby- & Kinderzähne – vom ersten Zahn bis zum Zahnarztbesuch

Baby- & Kinderzähne

Eltern sollten von Anfang an auf die Zahngesundheit ihrer Kinder achten. Damit vermeiden sie beispielsweise die schmerzhafte Zahnerkrankung Karies. Zweifellos beginnen die gesunden Zähne eines Kindes schon im jüngsten Alter bei der Zahngesundheit seiner Eltern. Wenn diese nämlich Karies haben, übertragen sie möglicherweise die Kariesbakterien auf das Kind, sobald dieses die ersten Zähne bekommt.

Was können Eltern tun?

Eltern sollten bei sich selbst auf gesunde und zahnärztlich gut behandelte Zähne achten. Die sorgfältige und regelmäßige Zahnpflege mit Fluorzahnpasta und auch mit Zahnseide gehört natürlich dazu. Doch Kariesbakterien entstehen manchmal auch bei bester Zahnpflege der Eltern und gehen dann schon auf ein Baby über. Daher sollten Eltern strikt vermeiden, den Schnuller oder den Babylöffel abzulutschen und danach in den Mund des Babys zu stecken. Darüber hinaus sind sich Kinder-, Jugend- und Zahnärzte darüber einig, dass schon Säuglinge eine Versorgung mit Fluorid benötigen, die natürlich ihrem Alter angemessen sein soll. Damit entwickeln sich die Zähne so gesund, dass sie ausreichende Widerstandskraft gegen Karies mitbringen. Fluorid ist ein wichtiger Baustein für die Kariesvorbeugung.

Es gibt sogar eine Gruppe von Fluoriden, die den Zahnschmelz festigen. Das ist die äußere Zahnschicht, welche die Kariesbakterien zuerst angreifen. Da Fluoride natürlich vorkommende Spurenelemente im Wasser und in der Nahrung sind, nehmen wir sie normalerweise täglich auf. Allerdings sind die Konzentrationen in der ganz normalen Ernährung zu gering, sie genügt nicht für eine ausreichende Versorgung unseres Körpers. Zusätzliche Fluoridgaben sind daher nötig und in den meisten Zahncremes enthalten. Darüber hinaus wird fluoridiertes Speisesalz angeboten.

Infos für die Eltern zum Thema Zähne aufhellen und generell Zähne findest du unter: https://www.zahnaufhellungtest.de/

Wie viel Fluorid benötigen Kleinstkinder für die Kariesprävention?

Die Fluoridmenge richtet sich nach dem Alter des Kindes. Sobald ein Säugling Muttermilch trinkt, sollte er bis zum Durchbruch seines ersten Milchzahnes täglich ein Kombinationspräparat in Tablettenform erhalten, das 0,25 mg Fluorid + 400 – 500 I.E. D-Vitamin enthält. Wenn die Eltern für die Zubereitung der Säuglingsmilchnahrung Mineral- oder Leitungswasser mit einem Fluoridgehalt ab 0,3 mg/l verwenden, eignet sich ein Supplement ausschließlich mit Vitamin D, aber ohne Fluorid. Das im Wasser enthaltene Fluorid würde in diesem Fall genügen. Das betrifft diejenigen Säuglinge, welche überwiegend bis ausschließlich Säuglingsmilchnahrung erhalten. Für die Mundpflege genügt dann eine wahlweise eine fluoridfreie Zahnpasta oder eine reiskorngroße Menge fluoridhaltige Zahnpasta (0,125 g). Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, können Eltern bis zum 12. Lebensmonat des Babys zwischen diesen beiden Möglichkeiten wählen:

  • Zähneputzen ohne Zahnpasta und täglich eine Tablette mit 0,25 mg Fluorid + 400 – 500 I.E. D-Vitamin Fluorid
  • Zähneputzen mit fluoridfreier Zahnpasta und täglich eine Tablette mit 0,25 mg Fluorid + 400 – 500 I.E. D-Vitamin Fluorid

Zwischen dem 12. und 24. Lebensmonat gilt folgende Empfehlungen:

  • zweimal täglich Zähneputzen mit 0,125 g Zahnpasta (reiskorngroße Menge), die 1.000 ppm Fluorid enthält

Vom 24. bis zum 72. Lebensmonat gilt:

  • zweimal täglich Zähneputzen mit 0,25 g Zahnpasta (erbsengroße Menge), die 1.000 ppm Fluorid enthält

In diesem Lebensalter putzen die Eltern grundsätzlich mit ihren Kindern die Zähne. Gute Ratschläge zur Fluoridversorgung kommen in der Regel vom Kinder- und vom Zahnarzt. Eine Überdosierung mit Fluorid ist zu vermeiden, weshalb die Kombination von fluoridhaltige Zahnpasta mit Fluoridtabletten nicht zu empfehlen ist.

Wann können die Kinder allein mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne putzen?

Das ist möglich, wenn sie gelernt haben, die Zahnpasta keinesfalls mehr herunterzuschlucken. Zuverlässig gelingt das den Kindern ab dem vierten Lebensjahr. Bis dahin reinigen die Eltern die Zähne des Kindes regelmäßig nach jeder Mahlzeit mit einer altersgerechten weichen Zahnbürste oder einem Wattestäbchen und Wasser und auch schon mit etwas Zahnpasta. Sobald fluoridhaltige Zahnpasta regelmäßig beim Putzen zum Einsatz kommt, bildet sich ein hauchdünner Fluoridfilm auf den Zähnen. Auch vorher schon findet die ausreichende Fluoridversorgung über Supplements statt. Empfohlen wird fluoridierte Zahnpasta häufig schon für den ersten Zahn, doch die Eltern müssen anfangs die Zahnpflege vornehmen.

Der erste Zahn kommt etwa ab dem sechsten Lebensmonat. Es genügt zunächst die Zahnreinigung einmal täglich. Wenn schon fluoridierte Kinderzahnpasta zum Einsatz kommt, sollte diese nicht mehr als 500 ppm Fluorid enthalten. Nach dem zweiten Geburtstag des Kindes können Eltern dessen Zähne zweimal täglich putzen, wobei die Zahnpastamenge erbsengroß sein sollte. Dies erhöht den Schutz der Zähne. Außerdem gewöhnt sich das Kind an seine regelmäßige Zahnpflege. Die ersten bleibenden Zähne brechen etwa ab dem sechsten Lebensjahr durch. Sie sollten nun zweimal täglich geputzt werden, wobei die dann angewendete Erwachsenenzahnpasta 1.000 ppm Fluorid enthalten kann. Die grundsätzliche Verwendung von fluoridiertem Speisesalz ist sehr zu empfehlen.

KAI: Putztechnik für Kinder

Kinder lernen das Zähneputzen sehr gut mit dem KAI-System. Die drei Buchstaben stehen für die Reihenfolge der zu putzenden Zahnoberflächen:

  • Kauflächen
  • Außenflächen
  • Innenflächen

Eltern können ihrem Kind diese Technik ab dem dritten bis vierten Lebensjahr beibringen. Es putzt sich dann schon selbstständig die Zähne, aber ein Elternteil steht dabei und putzt auch nach. Diese Kontrolle empfiehlt sich etwa bis zum sechsten Lebensjahr. Gesunde Schulkinder sollten dann ihre Zähne selbstständig putzen.

Zähne putzen Sohn und Papa

Ernährung und kindliche Zahngesundheit

Kinder lieben Schokolade & Co., doch alles Süße greift die Zahngesundheit an. Karies kommt zwar von Bakterien, doch die falsche Ernährung begünstigt sehr deren Ausbreitung. Die Kariesbakterien benötigen Zucker, wobei sie jede Zuckervariante ausgezeichnet verwerten, also neben dem raffinierten Zucker in Süßigkeiten auch Frucht-, Milch- und Traubenzucker. In vielen Lebensmitteln, von denen man es zunächst nicht erwarten würde, ist relativ viel Zucker enthalten, so beispielsweise in fast allen Wurstsorten, in Pesto und in Frischkäse. Fertigprodukte werden mit Zucker haltbar gemacht, zudem dient er in ihnen als Geschmacksträger. Vielen Lebensmitteln verleiht er ihre Textur, Backwaren und Braten erhalten durch Zucker ihre schöne Kruste und die braune Färbung. Eltern sollten sich daher die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln anschauen, was natürlich auch für die eigene Zahngesundheit wichtig ist. Wenn aber ein Kind sehr gern nascht, sollte es sich freiwillig häufiger die Zähne putzen.

Der erste Zahnarztbesuch des Kindes

Die Zähne werden schon bei den ersten frühkindlichen Untersuchungen stark beachtet, weil sie so wichtig sind. Schließlich benötigt sie das Kind nicht nur zum Essen, sondern auch für seine Sprachentwicklung. Sie sollten von Anfang an gesund sein. Kindern stehen schon vor der Einschulung zusätzlich zu ihren Früherkennungsuntersuchungen (von U1 bis U9) drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen zu. Sie sollen zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr in einem mindestens einjährigen Abstand durchgeführt werden, beginnend zwischen dem 30. und 43. Lebensmonat.

Der richtige Zeitpunkt ergibt sich, wenn das Milchgebiss voll ausgebildet ist. Zusätzliche halbjährliche Kontrolluntersuchungen sind zu empfehlen. Wenn das Kind Beschwerden an den Zähnen hat, muss es sofort zum Zahnarzt. Manche Kinder gehen ganz unbefangen zum ersten Zahnarztbesuch und entwickeln dabei auch keine Ängste. Die Zahnärzte achten sehr darauf, solche Ängste gar nicht erst entstehen zu lassen. Doch es gibt Kinder, denen diese Untersuchung von vornherein suspekt ist und die auch schon im Vorfeld die berüchtigte Zahnarztangst entwickeln können. Diese werden ja auch manche Erwachsene nie so richtig los, sie sitzt so tief wie die Flugangst. Es ist in jedem Fall angebracht, das Kind vor dem ersten Zahnarztbesuch etwas vorzubereiten, was mit Büchern und Erzählungen gelingt. Eltern können ein Kind auch zu den eigenen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen mitnehmen, wenn sie selbst dabei auf keinen Fall Angst zeigen.

Überwindung von Zahnarztangst

Manche Eltern kennen die Zahnarztangst von sich selbst, andere nicht. Es gibt spezielle Methoden, wie Erwachsene und Kinder diese überwinden können. Bei Kindern sollte das etwas leichter gelingen. Wichtig zu wissen: Genauso schlimm oder noch schlimmer wie eine eigene schlechte Erfahrung beim Zahnarzt wirkt auf das Kind ein negatives Vorbild aus der Familie (oder auch aus dem erweiterten Umfeld im Freundeskreis), wenn dort jemand starke Zahnarztangst hat. Diese überträgt sich durchaus. Es gibt auf Angstpatienten spezialisierte Zahnärztinnen und Zahnärzte. Diese werben damit, ein Besuch bei ihnen ist auch erwachsenen Angstpatienten zu empfehlen. Die betreffende Ärztin bzw. der betreffende Arzt reden mit den betroffenen Patient*innen, wobei sie Erwachsene nach negativen Vorerfahrungen befragen können, Kinder hingegen nicht. Für diese nehmen sich die Ärzt*innen besonders viel Zeit: Die Behandlung beginnt definitiv erst, wenn die kleinen Patienten offenkundig angstfrei sind. Das Kind bekommt vor der Behandlung vermittelt, dass es keine unangenehmen Gefühle oder gar Schmerzen erleiden muss. Es gibt hierfür verschiedene Methoden, die gute Zahnärzt*innen kombiniert anwenden:

  • schmerzfreie Behandlung
  • visuelle Ablenkung
  • vertrauensvoller Umgang mit dem Kind
  • häufigere Pausen
  • spielerisches Erklären der Zahnbehandlung

Eine „abgeschaute“ Angst können Eltern als Vorbilder und Bezugspersonen gemeinsam mit ihrem Kind überwinden. Sie dürfen beispielsweise niemals einen eigenen Zahnarztbesuch negativ darstellen. Je entspannter Eltern mit diesem Thema umgehen, desto gelassener bleibt das Kind. Wichtig ist es auch, Kinder von klein auf an die Routine regelmäßiger Zahnarztbesuche zu gewöhnen. Diese sind so selbstverständlich wie das alltägliche Zähneputzen. Ebenso wichtig ist es, nicht erst dann mit einem Kind zum Zahnarzt zu gehen, wenn dieses schon massive Zahnprobleme hat. Ein zahngesundes Kind muss bei der Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt keine Eindrücke von Schmerz und Stress mitnehmen.

Fazit

Eine frühzeitige Zahnpflege mit den richtigen Mitteln, die Prophylaxe mit Fluorid und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt fördern die kindliche und damit die lebenslängliche Zahngesundheit. Die Kinder werden es ihren Eltern später danken.