Intuitive Eltern

In Verbindung zu Dir und Deinem Kind

13. Mai 2016
von Marietta
Keine Kommentare

Neuer Blog: Seelenschön

Warum ich diesen Blog beende und wie es weiter geht…

Schon lange habe ich mich innerlich dazu entschieden, diesen Blog nicht mehr weiter zu führen, da mein neues Herzensprojekt in eine andere Richtung geht. Zusammen mit meinem Mann Stephan haben wir einen neuen Blog ins Leben gerufen, auf dem ihr nun weiterhin Artikel, Videos und in kürze ein ebook von mir finden könnt:

www.Seelenschön.de

Mein Mann ist Mediator und wird in Kürze dort auch Beratung und Mediation für Familien im Wandel anbieten.

 

Ich möchte euch, die ihr mich hier in den 3 Jahren begleitet und geteilt habt, herzlich danken! Wie schön, wie viele Mamas sich gefunden, vernetzt, getroffen und ausgetauscht haben. Gerade das Kindergartenfreie Leben und Freilernen hat viele von euch bewegt. Dazu werden wir au dem neuen Blog bestimmt auch wieder einges zu berichten haben. Was mich aber ganz besonders beschäftigt zur Zeit ist die Frage: Ist es wirklich möglich, als Traumfamilie völlig frei und immer froh zu leben? oder ist es nicht eher ein immerwährender Wandel, ein Finden, ein tiefer und tiefer gehen, ein freier und freier werden….

Was macht eine wirklich erfülltest Leben aus? Wie fühlt es sich im Alltag an?

Dazu und noch einiges mehr werden wir auf dem neuen Blog schreiben und auch unseren neuen Youtube-Kanal (Seelenschön) mit Videos dieser Art füllen

Seid eingeladen, euch umzusehen, vorbeizuschauen, zu kommentieren und Fragen zu stellen.

Also, wir sehen uns wieder auf SEELENSCHÖN!

Alles Liebe

und DANKE!

 

Marietta

Entspanntes Leben mit Kindern

26. September 2015 von Marietta | 9 Kommentare

5 energiebringende Aspekte unseres Familienlebens

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Leben mit Kindern – egal ob schul-kindergarten-oder sonstwiefrei ist für uns Eltern schon eine herausfordernde Zeit. Herausforderungen sind im Grunde wunderbar und unsere Kinder legen den Finger immer direkt auf unsere akutesten Baustellen…doch nicht selten kommen gerade Mamas im täglichen Tagesablauf an ihre Grenzen. Es gibt 100 Dinge gleichzeitig zu tun und dabei haben wir alle noch den Anspruch, richtig gute Mamas zu sein und unseren Kindern eine wundervolle Kindheit zu ermöglichen. Und haben ja ganz am Ende der Bedürfniskette auch noch den ein oder anderen Wunsch oder Vorhaben (heute wasche ich mir die Haare!:) Und puff, wie oft müssen alle Ziele hintenangestellt werden, erstmal die Scherben wegsaugen, die gerade wieder den Küchenboden schmücken und die so herrlich glitzern, dass kleine klebrige Hände sie gleich alle begutachten wollen…

Mal im Ernst: Ich glaube, es gibt kaum eine Mama, die nicht ab und zu an ihre Grenzen stößt. Egal ob Freilerner, mit Kindergarten oder ohne. Es gilt immer wieder, Nerven zu wahren und gaaanz ruhig zu bleiben. Aber nicht immer gelingt es uns so, wie wir gern sein würden.
Ich werde oft gefragt, ob ich nicht ein paar Tipps habe, wie kindergartenfreies Leben ohne Stress gelingt und was ich so den ganzen Tag mit meinen Kindern mache. Denn viele Eltern entscheiden sich aus genau diesem Grund für Kindergärten und Schulen: Sie sind allein überfordert. Je mehr ich darüber nachdenke desto deutlicher wird mir jedoch, dass nicht entscheidend ist, WAS wir mit unseren Kindern tun, sondern welche HALTUNG dahinter steht. Und daher möchte ich diesen einen Aspekt meines Familienlebens besonders betonen:

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Schnitzeljagt zum Geburtstag vorbereiten und erleben – ich liiiebe es!

1. Begeisterung und Freude

Ich glaube, es ist DAS ALLERWICHTIGSTE, was mein Leben als Mama entspannt sein lässt: Ich habe Spaß. Das klingt zu simpel, als dass es die Bedeutsamkeit ausdrückt. Ich glaube, es ist egal, was du mit deinen Kindern machst, wie du sie betreust, was ihr esst, wann wo wie – wenn du das alles nur aus Pflicht machst und keinen Spaß hast, dann geht der ganze Effekt von gut gemeinten Taten flöten. Umgedreht ist es jedoch fast egal wie euer Tag gestaltet ist – Hauptsache, ihr habt wirklich Freude am Leben und am Sein miteinander. Finde irgendwas, was dir Spaß macht, dir Sinn gibt und verbinde es mit deinen Kindern. Das ist eigentlich mein Grundrezept: Ich möchte mich auf den Tag freuen, Ziele haben, die uns allen Spaß machen und ihn SINNVOLL verbringen. Ich weiß: ich bin total gern mit meinen Kindern zusammen. Es gibt viele Sachen, die ich richtig gern mit ihnen mache. Daher ist für mich die „Betreuung“ keine Wartehaltung, in der ich neben meinen Kindern auf Spielplätzen rumhänge und warte, dass ich endlich nach Hause kann. Das würde mich total langweilen und stressen gleichzeitig! Natürlich habe ich nicht unentwegt Spaß – ich bin traurig, gereizt, fröhlich, schlapp, energiegeladen….aber ich habe generell an diesem Leben als Mama mit allen seinen Höhen und Tiefen Gefallen, ich bin GERN Mama, ich finde es sinnvoll und es begeistert mich, immer wieder neues mit meinen Kindern zu entdecken.

Ein Beispiel: Ich liebe es in der Natur zu sein und ich liebe Bewegung. Das lässt sich super koppeln mit den Bedürfnissen meiner Kinder. Wir sind von Früh bis Abend draußen und nur im eisigsten Winter auch mal über Mittag zu hause und haben wirklich jeden Tag vieles zu entdecken. Ich begeistere mich für die Kräuter und meine Kinder pflücken LIEBEND GERN Giersch und co für unsere Smoothies und Säfte. Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie ja sehen, wie viel Spaß es mir macht. Wenn ich jetzt nur aus Pflichtgefühl rausgehen und Grünzeug ernten würde – ich glaube, keiner von uns hätte wirklich Spaß.

Es fordert immer wieder meine Kreativität heraus.Wenn ich spüre, dass ich unzufrieden bin, ist wieder einmal Zeit für eine Veränderung, für neue Ziele und Freude. Ich stehe zum Beispiel überhaupt nicht gern rum. Ich möchte mich entweder bewegen oder was sinnvolles tun. Nun wollen meine Kinder aber auch ganz gern mal 2 h eine Baumhöhle bewohnen und ich will es ihnen so gern ermöglichen. In einem eisigen Winter entfachte eine neue Leidenschaft in mir in genau so einer Situation: Ich wollte weiter laufen, weil mir kalt wurde, meine Tochter nicht. Und was tat ich ganz aus mir heraus? Ich hüpfte! Ich liebe Trampolinspringen – aber habt ihr mal ausprobiert wie herrlich es ist, auf Schnee zu hüpfen und das eine halbe Stunde lang? Das ist mehr als Joggen und Radfahren zusammen! Es macht hundertprozentig warm und richtig gute Laune und Gedanken. Mir jedenfalls. Und schon wieder aus einer Wartehaltung befreit in eine sinnvolle Beschäftigung – genau das liebe ich!

Ganz allgemein: Wenn du deine Kinder bei dir hast ist es nicht nur für sie sondern ganz besonders für dich wichtig, dass dein Grundgefühl dabei ist: Ich mach das gern. Wenn du dich dabei ertappst, dass du nur noch Pflichten erfüllst und Spaß keine Rolle spielt dann wird es dich stressen. Keine Menschenseele will nur funktionieren – es ist so wichtig, dass du Sachen findest, die dir UND deinen Kindern Freude machen. Ich mache vieles sogar LIEBER mit meinen Kindern als allein und ich merke, wie mir genau das die Energie gibt, die ich dann an anstrengenden Tagen gebrauchen kann.

Natürlich meine ich nicht, dass ich rund um die Uhr begeistert an allem Spaß habe. Ich habe wie gesagt auch andere Phasen. Und es gibt natürlich auch Sachen und Vorhaben, die am besten allein bzw. ohne kleine Kinder funktionieren. Da kommen wir zu einem zweiten wesentlichen Punkt, den ich in meiner Zeit als Mama gelernt habe:

2. Flexibel planen

Die überfordernden Situationen sind ungefähr die: Ich wollte unbedingt noch mit einer Freundin kurz telefonieren und das habe ich mir für diesen Spaziergang vorgenommen aber plötzlich muss Jemiah pullern und Miriam tut der Fuß weh, danach wollen beide irgendwas haben und dann fällt einer hin. Ich erhasche kurz danach eine freie ruhige Minute, tippe die Nummer ins Handy und promt streiten sich beide um einen Stock (es gibt ja im Wald nur diesen einen…) und kommen weinend zu mir…ich bin wütend, weil ich doch nur ganz kurz mal dieses EINE Telefonat führen wollte und es selbst nach 100 Versuchen nix wird…kennt ihr das? Das eine wichtige, was ihr noch machen wollt, ausgerechnet das wird ein riesen Krampf. Ich habe immer mehr gelernt, mir zwar etwas vorzunehmen, aber immer auch zu wissen, es könnte nichts werden. Es macht einfach keinen Spaß und frustriert, wenn es nichts wird. Und warum auch? Ich reduziere wirklich alles, was ich am Tag erreichen und schaffen will bzw. löse mich von genauen Vorstellungen, wie und wann es gelingen soll. Weniger ist mehr. Wirklich wichtige Sachen nehme ich mir ohne Kinder vor oder sorge dafür, dass es die besten Bedingungen dafür gibt. Aber eigentlich gilt: Wenn die Kinder bei mir sind, nehme ich mir nichts weiter vor. Ich habe Raum für die Kinder– und genieße es, keinen Druck zu haben. Wenn dann mal ganz plötzlich doch Zeit für ein Telefonat ist, dann nehme ich es gern an und bin innerlich einfach dankbar für die Zeit.
Ich nehme mir generell für alles mit den Kindern vieeel Zeit. Druck macht einfach keine gute Laune. Lieber eine Sache in Ruhe geschafft, als 3 Sachen ohne Freude.

3. NaturNIK_3528

Eigentlich ist es nicht ganz richtig, es zu empfehlen. Denn es macht mir ja ausgesprochen Spaß, in den Wald zu gehen, am See zu sein, zu wandern…da ist es also wirklich nur MEINE persönliche Erfahrung, aber die teile ich doch mit einigen: Draußen gelingt es mit Kindern alles viel entspannter. Es kann nichts umkippen, kaputtgehen, kein Spielzeugstreit (außer um Stöcke:), kein Aufräumen. Die Erde ist voll von fabelhaften Orten und es lässt sich, finde ich, nirgendwo so schön spielen wie im Wald, auf Wiesen, am Strand…draußen eben. Ich glaube, es ist wirklich eines der wesentlichen Elemente meines Familienlebens – draußen sein und auch viele Arbeiten und Vorhaben nach draußen verlegen. Meine Kinder sind daher nur selten überdreht und unausgeglichen, sie können sich draußen voll ausbreiten.
4. Rituale und Rhythmen

Etwas vorsichtig möchte ich diesen Punkt erwähnen. Ich empfinde Rituale und Rhythmen als total fruchtbringend, mir hilft es total, den Tag fließend zu erleben. Das ist ja nichts neues, es wird ja in fast jedem Erziehungsratgeber erwähnt. Doch glaube ich nicht dass es DEN Rhythmus und DEN Tagesablauf gibt. Da sind wir wieder bei Begeisterung und Spaß. Ich spreche von einem Familienrhythmus, der wirklich für alle eine Erleichterung bringt. Der Sinn hinter festen Tagesabläufen und Wiederholungen ist nicht: Immer dasselbe. Es ist der Rahmen für jeden Tag – was da umrahmt wird ist jeden Tag anders. Es ist für uns jeden Tag anders, draußen zu sein. Die Welt ist ja ziemlich voll und schön! Aber unser Morgenablauf ist immer etwa gleich, unsere Essenszeiten, Schafenszeiten…na, ihr kennt da ja. Wichtig ist mir, dass es nicht so verstanden wird: Kinder müssen immer um 8 ins Bett. Das ist übrigens finde ich auch das tolle am Freilernen: Da kann man den Rhythmus leben, der zur Familie passt. Und der wandelt sich immer wieder.

5. Wertschätzung

Wenn du all dein Mama/Papasein mit all den dazugehörigen kleinen und großen Herausforderungen nicht als wirklich wichtige, nützliche und sinnvolle Aufgabe sehen kannst, dann zieht es dir immer wieder Energie. Es ist wie ein Leck in all deinen Bemühungen, aus denen Energie und Kraft tropft. Klar verdient keine Mama oder Papa mit Kinderbetreuung Geld. Es ist kein Beruf, kein angesehener Titel (DR. Mama) oder sonstwie eine Tätigkeit, die einen höheren Bildungsabschluss verlangt. Es kann prinzipiell jeder Eltern werden. Ich glaube, das macht viele Eltern so zweifelnd und traurig. Es sieht niemand die unzähligen Stunden selbstlosen Dienens, es schätzt kaum jemand wert, es springt kein Geld dabei heraus und es versaut eher noch die Karriere. Und das schlimmste: Fast alle haben Kinder und die schaffen es viel besser und schneller und verdienen noch Geld dabei… Doch diese Gedanken und Weltsichten zerstören die Freude und das Leben mit Kindern.
Als ich begriff, wie sehr ich mir selber schon diese fehlende Wertschätzung angenommen hatte, da wurde mir klar, wie sich ja dadurch auch meine Kinder fühlen müssen. Sie sind doch das allerwichtigste für mich auf der Welt, unglaublich wertvolle Menschen – wie kann ich es da als nicht wesentlich empfinden, mit ihnen Zeit zu verbringen und für sie zu sorgen? Instinktiv wissen wir das alle – aber ehrlich gesagt fällt es doch immer wieder schwer, in unserem Wertesystem der Gesellschaft NICHT in dieses Dilemma zu rutschen: Hausmamas sind zu bedauern, sie opfern ihre Freiheit auf und vergeuden ihre Talente. Wenn dich diese Gedanken plagen – beschäftige dich damit wirklich und finde deinen eigenen Wert. Ich steh mittlerweile völlig zu meiner Entscheidung, „zuhause“ zu bleiben um mit meinen Kindern zu leben. Das lässt mich richtig energiegeladen in den Tag gehen! Darüber rede ich immer wieder und gern:) (siehe auch mein Artikel „Mut zur Weichheit“).

Bekommt mein Kind ohne Kindergarten genug Kontakte zu Gleichaltrigen?

3. September 2015 von Marietta | 7 Kommentare

IMG_6760Von allen Themen dieses Blogs gibt es am meisten Fragen von euch zum Thema kindergartenfreies Leben. Ganz viele Eltern sind berührt und voller Freude, dass es scheinbar noch andere Exoten gibt, die auch aus den unterschiedlichsten und doch so ähnlichen Gründen ihre Kinder nicht in einen Kindergarten geben. Ich beobachte gern, wie ihr euch untereinander austauscht und wie sehr es doch Mut macht zu wissen, dass wir nicht alleine dieses System hinterfragen – es werden immer mehr!
Ich gebe zu, dieses Thema wir sich in den nächsten Monaten deutlich ausdehnen – denn unsere Tochter wird 2016 schulpflichtig. Ihr könnt euch sicher denken, was ich zum Thema Schulpflicht so alles denke und zu sagen habe…aber nicht an dieser Stelle. Jedoch ist die meistgestellte aller Fragen an mich von Eltern, die entweder ohne Kindergarten aber eben auch ohne Schule leben die gleiche: Bekommt mein Kind denn ohne Kindergarten oder Schule genug Kontakt zu Gleichaltrigen?

Gibt man in unserem Kulturkreis ein Kind nicht in eine öffentliche Bildungs/Betreuungseinrichtung so ist man förmlich gezwungen, sich dieser Frage zu stellen, wenn man sie sich nicht selber stellt, so wird doch mindestens ein Nachbar, eine Tante oder irgendein pädagogisch belesener Bekannter diese Frage stellen. Und auch mir wurde immer wieder ans Herz gelegt, mich doch jah um die Kontakte meiner Tochter zu gleichaltrigen Kindern zu kümmern, diese seien ja für die Entwicklung so unglaublich wichtig!

Anfangs, als ich gerade noch langsam mich traute öffentlich zu bekennen, dass Miriam nicht in einen Kindergarten geht, da fühlte ich mich bei diesen sorgenvollen Blicken, ob sie denn auch ja genug mit Kindern spielt, immer genötigt, alle ihre Kontaktpersonen im gleichen Alter aufzuzählen. Ich zweifelte oft genug, ob ich irgendetwas falsch mache, ob ich ihr etwas vorenthalte. Das hielt aber nicht lange an, denn ich musste einfach nur HINGUCKEN und sah und fühlte und begriff, dass alles gut ist, dass diese ganze Sorge einfach verpufft, wenn man das ganze Dilemma einmal anders betrachtet. Ich möchte euch Mamas und Papas, die ihr euch um die Kontakte eurer Kinder sorgt und die ihr immer wieder verunsichert seid, ob Schule und Kindergarten aus sozialer Hinsicht nicht total wichtig sind für eure Kinder – ich möchte euch einladen euch diese eine Frage zu stellen:

Warum brauchen Kinder unbedingt Kontakt zu Gleichaltrigen?

Ich bitte euch, diese Frage wirklich an euch heranzulassen. Die ersten Impulse unserer brav anerzogenen Seiten werden sicher sein: Na das ist für die soziale Entwicklung einfach total wichtig! KInder wollen doch auch am liebsten mit KIndern spielen!
Aber schauen wir doch mal näher hin. Was genau ist daran, dass ein Kind mit Menschen in seinem Alter spielt wichtiger, als mit anderen Menschen? Ein Kind kommt mit einem enorm starken Drang zur Welt: Sich zu verbinden. Es hat ein riesiges Bedürfnis danach, sich zu binden. Und es hat gleichzeitig eine riesige Quelle in sich, die nie versiegt: Entdeckerfreude! Es will spielen spielen spielen. Jedes Kind tut das – egal wie alt, egal womit – es spielt, sobald es die Gelegenheit dazu hat. Mit allem, was ihm diese Welt, in der es lebt, so entgegenbringt. Das können Äpfel, Plastikautos, Dreckklumpen oder Barbies sein. Und wen sucht es als Spielpartner? Sucht ein Baby nur die Blicke von Babys? Kinder interessieren sich für ALLE LEBEWESEN. Sei es ein Käfer, eine Blume, eine Katze, ein Mensch, eine Ente…das sind alles so spannende Wesen, die da um uns herum leben. Und wir großen Menschen teilen das ganze ein, unterscheiden in Tiere und Menschen, in Alt und Jung, Groß und Klein, in Gute und Schlechte Kontakte. Ich glaube nicht, dass wir als Kinder schon unsere Kontakte nach diesen Kriterien auswählten. Es gibt Katzen, mit denen ich noch heute lieber meine Zeit verbringe als mit bestimmten Menschen. Sympathie ist nun mal keine Frage von Kategorien.

Natürlich langweilen sich manche KInder, wenn sie allein zu Hause im Kinderzimmer spielen und keiner mitmacht. Und da sie gelernt haben, dass eh kein Erwachsener außer vielleicht die Großeltern Lust auf Spielen hat, wollen sie Kinder treffen! Ich glaube jedoch, spielen KÖNNEN Kinder prinzipiell mit jedem, den sie sympatisch finden und der mit ihnen spielen WILL und das nicht nur mit Gleichaltrigen.

Wäre die These: „Kinder brauchen Kontakte zu anderen Lebewesen“ so würde ich vollends zustimmen. Vielleicht würde ich auch mitgehen, wenn wir sagen: Kinder brauchen Kontakte zu anderen Menschen. Aber wer um alles in der Welt hat beschlossen, dass Kinder am allerwichtigsten mit Kindern in ihrem Alter spielen sollten? Andre Stern (Wer ihn nicht kennt sollte unbedingt nach ihm googlen) hat dazu in einem Vortag mal etwas schönes gesagt: „Derjenige, der erfunden hat, dass Kinder nur mit Gleichaltrigen sein sollen und dass Deutsch und Mathe die wichtigsten Fächer seien, den sollte man einsperren, und zwar nur mit Gleichaltrigen, und er sollte den ganzen Tag nichts als Mathe und Deutsch lernen!“ (hier ist der Vortrag)

Lasst uns weiterfragen: Wenn nicht die Kinder von einer Selektion ihrer Spielpartner profitieren – wer dann? Ich würde mal ganz pauschal sagen, es ist das einfachste Mittel, um Kinder auf Konkurrenz und Vergleiche vorzubereiten. Erläutern möchte ich es an einem Beispiel. In den letzten Wochen war es heiß und ich ging jeden Tag mit meinen Kindern zum See baden. Wir besuchen hier, wo wir gerade für diesen Sommer leben, einen kleinen Badestrand, an dem sich jeden Tag eine Gruppe älterer Menschen trifft, alle etwa um die 70 Jahre alt. Sie haben alle fast keine anderen Kontakte als untereinander, ihre Enkel und Urenkel sehen sie kaum. Schon beim ersten Besuch dieses Strandes waren alle, wirklich alle Blicke sofort auf meine beiden Kinder gerichtet. Die Augen der älteren Damen leuchteten, funkelten. Keine las mehr ihre Zeitung,alle hatten nur noch Augen für diese wunderbaren Prachtexemplare von Kindern, die da vor ihren Augen die genialsten Sachen machten. Außer sich vor Freude bemerkten die Frauen, dass Miriam ja schon Schwimmen kann und das mit fünf! Und wie schön der kleine Jemiah läuft und schon taucht…na, ihr kennt das sicher, wenn ältere Menschen endlich mal Kinder sehen können und sich alle Herzen und Sinne öffnen. Endlich gab es etwas Lebendiges an diesem Strand für die ganze Runde und das Tag für Tag. Es entstand eine wunderbare Beziehung zwischen meinen Kindern und den älteren Damen – man bemerkte nicht, dass da eine 80jährige Frau mit meinen Kindern durchs Wasser hüpfte – es war ein Kind! Ein glückliches Leuchten in den Augen! Eine Wonne für alle und natürlich auch für mich, denn ich konnte schwimmen:)

Nun kam eines Tages ein Mädchen an den Strand. Es hatte genau so einen Zopf wie meine Miriam, war auch fünf und konnte auch schon schwimmen. Könnt ihr euch denken, was passierte? Alle, wirklich alle Erwachsenen am Strand sagten immer wieder zu den Mädels, sie sollten doch mal miteinander spielen! Keine der beiden wusste so recht, wie sie unter diesem Druck ein Spiel gestalten sollten. Sobald die beiden wirklich aufeinander zugingen, wurden sie sofort kommentiert und gelobt oder irgendwie bewertet. Laut wurde über beide gesprochen, dass ja Miriam allein schwimmen gelernt habe und das andere Mädchen im Schwimmkurs und das sei ja keine Kunst. Und Miriam sei ein bisschen geschickter….Vergleiche. Bewertung. Hierarchien. Wer ist besser, Wer ist weiter, schneller, schlauer, schöner? Die Mädchen wurden zu Konkurrenten gemacht und sollten dabei noch möglichst fein spielen.

Zwei 5jährige Mädchen lassen sich doch wunderbar vergleichen. Sie sind gleich groß und alt und müssten ja eigentlich auch genau das gleiche können und auf dem selben „Entwicklungsstand“ (was für ein herrlich absurdes gradlinig gedachtes Wort) sein. Das eignet sich doch hervorragend, um in der Schule ordentlich Leistungsdruck zu erzeugen. Wenn Peter das kann musst du es auch können! Alle haben es geschafft nur du nicht!

Diese Gleichaltrigkeitsthese dient hervorragend einem Bildungssystem, in dem es um Konkurrenz und Leistungsdruck geht. Wenn KInder von Anfang an mitkriegen, dass sie nur etwas „sind“ wenn sie sich irgendwie unter all den anderen Kindern behaupten und sich unter Beweis stellen, dann wird es ihnen schon bald zur Gewohnheit.Traurig empfinde ich es, dass fast jedes Kind dieses System übernimmt, wenn es darin lebt.

Unsere Tochter Miriam kennt keinen Konkurrenzkampf, sie kennt es nicht, dass wir sie oder irgendjemand bewertet und mit anderen gleichaltrigen Kindern vergleicht. Sie geht auch auf Herausforderungen anderer Kinder herrlich unbeteiligt ein. Neulich erst ergab sich folgender Dialog zwischen einem ihrer Freunde (6 Jahre), der nun einige Jahre im Kindergarten ist: Die beiden trafen sich und er stellte sich vor sie hin, brüllte wie ein Löwe und sagte: ich bin viel größer und stärker als du! Miriam stand lächelnd da und sagte freundlich: Ja.

Mehr nicht. Ich musste lächeln. Immer wieder beobachte ich, wie sie andere Kinder im Spiel hin und wieder herausfordern: Ich bin besser, ich kann schneller, höher, weiter…und Miriam scheint dies nicht wirklich zu beeindrucken. Sie spielt das Spiel einfach weiter. Wow! Was für eine Stärke! Wenn ein Kind sich nicht behaupten braucht, nichts unter Beweis stellen muss, sich nicht im Kampf um Anerkennung über andere Stellen – denn DAS ist es , was in Schule und Kindergarten immer wieder gelehrt wird: Du bist einer von 30 anderen gleichen Kindern und darfst jah nicht aus der Reihe tanzen, nicht schlechter sein….Dazu sage ich ganz klar: Ich glaube nicht, dass meine Kinder, dass irgendwelche Kinder diesen Kontakt (Ist es überhaupt ein wirklicher KONTAKT?) zu Gleichaltrigen brauchen um sich gut zu entwickeln.

Kann sich denn niemand mehr heute an seine eigene Kindheit erinnern? Wolltet ihr nur mit Gleichaltrigen spielen? Ich nicht. Ich liebte es zu Beispiel schon immer mit kleinen Kindern zu spielen. Ich wollte am liebsten gleich selber ein Baby haben. Meine kleine Cousine habe ich kurz nach ihrer Geburt das erste Mal in den Armen gehalten – damals war ich 10. Ich liebte sie innig, sah, wie aus einem Baby ein Mädchen wurde. Eben dieses 18 jährige Mädchen spielt nun mit meiner kleinen Tochter und der Kreis geht weiter und weiter. DAS verstehe ich unter lebendigen Kontakten – eine Fülle an Lebewesen um mich zu erleben. Eingebettet zu sein in ein Netzwerk, in dem ich einzigartig bin. Wie in einer Großfamilie – da ist jeder ein wichtiger Teil, egal wie alt er ist.
Kann man in einer Kindergartengruppe von einem Netzwerk sprechen? Ich habe an vielen Schulen und Kindergärten Praktika absolviert und ich muss sagen: wirkliche Verbundenheit zwischen Kindern erlebte ich nur in Ausnahmefällen.

Ich glaube, wenn du dein Kind nicht in Kindergärten oder Schulen geben willst, hast du eine Entscheidung getroffen, die du nicht aus diesem „sozialen“ Grund anzweifeln musst. Lebe mit deinen Kindern das, was euch gut tut und Spaß macht und ich garantiere dir, ihr werdet Kontakte zu anderen Lebewesen haben – und das mehr als genug! Wenn wir uns frei machen von dem Glauben, dass unsere Kinder dringend ganz viele Kinder im gleichen Alter brauchen und sich sonst nur langweilen, dann eröffnen wir ganz vielfältigen Möglichkeiten eine Chance! So wie meine Tochter einmal 2 Wochen fast ausschließlich mit mir zu einer Schafherde fahren wollte, die in der Nähe war. Sie hatte keine Lust auf Kinder, keine Lust auf irgendetwas anderes als diese Schafherde, deren Mitglieder sie im Laufe der Zeit fast alle persönlich kannte. Sie saß da, beobachtete, redete und kommunizierte auf ihre Art mit den Tieren. Noch immer liebt sie es, wenn wir zu der Herde fahren, wenn sie mal in der Nähe ist.
Hätte ich dies aus pädagogischer Sicht zulassen sollen? Lief meine Tochter nicht Gefahr, zu verblöden und am Ende sich nur noch wie ein Schaf zu benehmen?

Ich bin natürlich auch traurig, dass die meisten Kinder fast den ganzen Tag in Einrichtungen verbringen während meine Kinder durch die Welt ziehen und sich sicher auch mit mehr Kindern verbinden würden, wenn es mehr freilaufende Exemplare davon gäbe. Aber es ist für mich kein Grund, diese Freiheit einzutauschen. Damit möchte ich keinesfalls sagen, dass alle Kindergärten schlecht sind! Ich betone ausdrücklich, dass ich nicht Kindergärten und Schulen ablehne – jedoch glaube ich andersherum nicht, dass wir sie zur Notwendigkeit eines gelungenen Menschenleben erklären sollten!

Nachtrag: Zu diesem Thema findet ihr von Gerald Hüther, einem bekannten Neurbiologen, viele wissenschaftlich begründete Ansichten. Hier kurz und bündig, was mir aus dem Herzen spricht.

Mut zur Weichheit

27. März 2015 von Marietta | 13 Kommentare

Über die wahre Kraft der Mutterliebe

DSCF7399  Was für eine energiegeladene Zeit! Ich schreibe momentan wirklich nicht gerade regelmäßig auf diesen Blog. Ihr habt euch schon sorgenvoll an mich gewandt und gefragt, ob denn alles in Ordnung sei? JA! Mein Leben verläuft kreuz und quer und intensiv und ich habe mir schlichtweg keine Zeit genommen, um am Computer zu sein. Zumal unser Computer ein Opa geworden ist, der gerne mal in Ruhe rumsitzt und alles ganz gemächlich machen möchte und für jede Mail die ich schreibe sehr viel Zeit einplant. Das gönne ich ihm gern! Ich finde es wunderbar, wenn wir uns nicht zu sehr daran gewöhnen, dass immer alles sofort ganz schnell jederzeit permanent völlig gleichbleibend funktioniert. Alles in seinem Tempo!

Was mich momentan am meisten bewegt in Hinblick auf intuitives Elternsein ist das Thema Wertschätzung. Bedingungslose Liebe an seine Kinder zu geben, sie in ihrer Entwicklung bedürfnisorientiert zu unterstützen und wirklich ganz DIE Mama zu sein oder DER Papa, der man gerne sein will ist manchmal ganz leicht und wunderbar – und manchmal ganz schwer. Ich habe mich oft gefragt, warum es so schwer ist, warum es immer wieder Zweifel in jeder noch so liebevollen Mutterseele gibt. Warum Mütter ihre Kinder fremdbetreuen lassen, auch wenn ihr Herz laut: NEIN schreit, warum möglichst schnell abgestillt, weggegeben und „unabhängig“ gelebt wird. Warum sich so einige Mamas schämen, dass ihre Kleinen noch immer in ihrem Arm einschlafen. Ich glaube, einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass es momentan wenig gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung für leidenschaftliche Mutterliebe und die daraus entstehenden Konsequenzen im Leben einer Frau gibt.

Da wir Wertschätzung gerade sehr deutlich in Geld messen, ist es schon mal ganz spannend, zu sehen, was allein die finanzielle Unterstützung einer stinknormalen Mama ausmacht. Es ist absurd – ich bin seit 5 Jahren „Hausfrau“. Ich betreue meine Kinder und bin offiziell nichts weiter als eine Mutti. Das kommt zu ziemlich absurden Gesprächen. Ich treffe Frau Sowieso und bin mal wieder voller Freude aus dem Wald gekommen, habe Wildgänse mit meinen Kindern beobachtet, Wildkräuter gesammelt, gelacht, meditiert, gepicknickt, gestillt, kilometerweise gewandert mit springenden, singenden Kindern und so richtig erfüllt, inspiriert und froh. Frau Sowieso fragt mich, ob ich immer noch zu Hause bin. Eigentlich müsste ich sagen: Nein, ich bin fast nie zuhause, ich bin mehr im Wald, am See, unterwegs…aber ich weiß schon, was sie meint. Ja! Sage ich brav, ich bin immer noch zu Hause. Der Rest des Gesprächs ist nicht mehr relevant. Jede Mama von euch die „auch noch zu Hause ist“ kennt garantiert den herrlichen Beigeschmack, den man dann von so einer Frage behält. Ich spüre genau, was Frau Sowieso für ein Bild von mir als Hausfrau hat. Ich stehe am Herd (den wir übrigens als Rohkostfamilie gar nicht besitzen), sauge Staub, bügle zum hundertsten Mal des Mannes Hemden, bin geistig unterfordert und mache brav den Haushalt. Kurz gesagt vergeude ich meinen Studienabschluss so richtig genial! Und ich tue nichts, arbeite nichts – jedenfalls nichts, wofür ich bezahlt werde. Und meine Kinder „verweichlichen“.

Nun betreuen wir seit einem halben Jahr neben unseren eigenen beiden Kindern auch noch drei Tageskinder. Schwups – erhalten wir Geld, haben einen Beruf als Tagespflegeeltern, sind fleißig, haben ein Waldtagespflegekonzept und sind „nicht mehr nur zu Hause“. Würde jemand anderes meine Kinder betreuen, so würde er damit Geld verdienen und arbeiten – ich nicht, ich bin nur die Mama. Ich muss gestehen, dass mich das nicht mehr wirklich berührt. Aber ich habe Phasen gehabt, in denen ich mich nicht wertgeschätzt fühlte, nicht gesehen in dem, was ich da meinen Kindern mitgebe und was es heißt, bedingungslose Liebe zu geben. In der mich Gespräche mit Frau Sowieso sehr traurig machten und ich mich in meinem Tun so sinnlos fühlte.

Und ich sehe, spüre und höre von so vielen Mamas, die genau an diesem Punkt stehen. Die sich nicht gesehen fühlen in dem, was sie da jeden Tag an Kreativität, an Mitgefühl, an Verständnis, Geduld und Mut aufbringen, um ihre Kinder ihrem Herzen folgend zu betreuen. Die ewig zweifeln, ob sie einen schwerwiegenden Fehler machen, wenn sie soundsolange stillen, keinen Kindergarten nutzen, Familienbett…Kennst du diese Stimme in dir? Das Gefühl, Zeit zu vergeuden, während du den Alltag mit deiner Familie lebst? Dich als zu weich, zu sensibel und einfach zu mütterlich gesehen fühlst? Dir obendrein noch gesagt wird, dass du deine Kinder auch mal loslassen musst und an Dich und deine Zukunft denken solltest?

Ich sage es ganz deutlich und es ist vielleicht die Hauptmitteilung dieses Blogs: Dass du deinem Herzen folgst, deiner Intuition vertraust und deine Kinder voller bedingungsloser Mutterliebe leben ist weltverändernd, essenziell und unersetzlich WICHTIG! DU BIST ZUKUNFTSWEISEND. Du bist und lebst genau das, was unsere Welt rettet, unsere Erde heilt und unsere Menschheit wirklich weiterwachsen lässt.

Es wimmelt nur so von Menschen auf diesem Planeten, die alle irgendwie und irgendwann nicht genug Liebe erfuhren, deren Bedürfnisse nicht erfüllt wurden und die alle in sich das Gefühl tragen, zu kurz zu kommen. Wir haben da alle unseren Rucksack zu tragen, manche mehr, manche weniger. Wie viele Kriege und Machtkämpfe und familiäre Gewalt entstehen aus unerfüllten Bedürfnissen? Wie viele machtsüchtige Menschen sind  als Kind ungeliebt und grau aufgewachsen und haben sich alle einfach nach ihrer MAMA gesehnt?

Stell dir vor, wir gehen in eine Zeit, in der Menschen sich gewiss sind: Ich bin gut, alles was ich brauche, wird mir zu teil, ich bin geliebt und liebe. Ich erfülle meine Bedürfnisse und achte die der anderen. Was für ein Paradies wird hier entstehen, wenn unsere mit Liebe erfüllten Kinder einmal groß sind und diesen Planeten voll Freude und Kraft formen? Wenn wir etwas großartiges für diese Welt tun wollen ist es so simpel: LIEBEN. Unsere Kinder lieben, vertrauen, unseren Herzenstraum leben. Du als Mama weißt am ehesten, was deine Kinder brauchen. Und wenn du ganz deutlich und in deinem Herzen spürst, dass es richtig ist auch wenn es 10000 Mütter anders machen, dann MACH ES. Diese Liebe wird deine Kinder ein Leben lang tragen.

Wem das zu spirituell ist, der kann es auch anders ausgedrückt von mir lesen: Ich habe große Achtung und Dankbarkeit für all euch Mütter und Eltern und Menschen, die ihr euren intuitiven Weg des Herzens geht. Ich glaube, dass DEINE MUTTERLIEBE heilender und sinnvoller ist als alle Studienabschlüsse und Gehaltsnachweise die du jemals erhalten wirst.

Ich glaube, dass diese Welt von starken, echten und liebevollen Mamas so dermaßen profitiert, dass wir aufhören können, uns zu schämen und wertlos zu fühlen. Sei die Mama, die du immer sein wolltest, sei leidenschaftlich, wach, hab Spaß daran und LIEBE was du tust – ich danke dir!

Anleitung für eine Lotusgeburt

7. August 2014 von Marietta | 23 Kommentare

Eine Lotusgeburt ist so etwas wunderschönes und überhaupt nicht schwer umzusetzen. Eigentlich ganz simpel und doch tauchen beim 1. Mal einige Fragen auf. Wie macht man das, worauf muss ich achten? Hier beschreibe ich euch, wie wir es gemacht haben…

Die Plazenta, eingesalzen und mit Kräutern umgeben

Die Plazenta, eingesalzen und mit Kräutern umgeben

Wenn du eine Lotusgeburt planst, kannst du dir VOR der Geburt folgende Sachen besorgen:

  •  Einen Tontopf für die Plazenta
  •  Ein paar Baumwolltücher (Mullwindeln)
  •  Ein plazentagroßes Sieb
  •  Meersalz (etwa 5 Packungen)

Was du nicht unbedingt brauchst, aber sehr nützlich/schön ist:

  •  Plazentatsche
  • Lavendelöl
  • getrocknete Kräuter (gibt’s alle im Bioladen): z.B. Lavendel, Rosenblütenknospen,etwas Salbe

 

Plazenta kurz nach der Geburt im Sieb

Plazenta kurz nach der Geburt im Sieb

1. Tag

 

Sobald die Plazenta geboren ist, legt ihr sie in ein Sieb über einer Schüssel und lasst sie abtropfen. So bleibt sie etwa 24 h einfach im Sieb. Falls viel Blutklumpen daran sind, könnt ihr sie abspülen.

 

 

 

2. Tag

 

Nach etwa 24h (wie es gerade passt, es kommt nicht auf die Stunde an) trocknet ihr die Plazenta mit einem trockenen, sauberen Baumwolltuch ab. Die Nabelschnur ist nun schon völlig trocken und nur am Nabel des Babys etwas feucht und noch biegsam. Ansonsten wird die Nabelschnur hart, das ist völlig normal!DSCF7035

Nun salzt ihr die Plazenta ordentlich ein! Am besten nehmt ihr einen großen Teller oder Schüssel und schüttet erstmal ordentlich Salz drauf. Das Salz entzieht die Feuchtigkeit und sorgt dafür, das die Plazenta Stück für Stück eintrocknet. Nach einigen Tagen habt ihr eine harte, völlig getrocknete Planzenta die weder riecht noch fault.

Vollgesogenes Salz entfernt ihr gleich und reibt gründlich ein. Dazu könnt ihr getrocknete Kräuter geben, sie duften herrlich und unterstützen den Trocknungsprozess. Auch Lavendelöl könnt ihr dazu geben, aber nur ein paar Tropfen, sonst riecht es zu stark für das Baby.

Legt die Plazenta nun in ein Tuch, dass ihr über einen Tontopf spannt. Oder ihr legt es einfach so in den Tontopf. Wichtig ist, dass die Plazenta von allen Seiten genug Luft bekommt und nicht „stockt“.DSCF7343[1]

Alle weiteren Tage

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So oft ihr Zeit findet und auf jeden Falls mindestens 1 Mal täglich wiederholt ihr das einreiben der Plazenta. Altes Salz entfernt ihr und salzt neu ein. Wir haben wirklich VIEL Salz gebraucht, andere berichten von weniger. Macht es intuitiv – ihr seht ja, wie sich die Plazenta verändert und könnt selber abschätzen, wie oft und viel ihr salzt. Nach einigen Tagen ist sie schon fast ganz trocken und nach dem Abfallen der Nabelschnur könnt ihr sie noch neben dem Bett lassen, so lange ihr wollt. Die Plazenta ist dann „haltbar“ gemacht. Später könnt ihr ein Baum darauf pflanzen oder was immer ihr ästhetisch und sinnvoll findet.

Wichtig ist, nicht an der Schnur zu ziehen und dem Baby wehzutun. Wenn ihr es hochnehmt und rumlaufen wollt, bietet sich eine Plazentatasche an. Diese Könnt ihr selber nähen oder mich fragen, ich nähe euch gern eure Plazentatasche nach euren Farbwünschen.

Plazentatasche nähen:

Unsere Plazentatasche

Unsere Plazentatasche

Eine Plazentagroße breite Tasche nähen mit einem nicht allzulangen Tragegurt (damit die Plazenta nicht zu weit unten hängt, wenn ihr das Baby auf dem Arm habt) Dazu könnt ihr noch zwei kurze Tragegriffe an die Tasche nähen, so dass man die auch leicht mit der Hand tragen kann. Schaut euch einfach das Bild an und bei Fragen schreibt mir gern. Ich habe die Tasche einfach nach Gefühl genäht, am Ende ist nur wichtig, dass eine Plazenta reinpasst, sie zum Umhängen ist und aus Baumwollstoff (oder andere atmungsaktive Stoffe), damit die Plazenta nicht stockt.

Der Nabel beim Baby bleibt wie auch bei einer durchtrennten Nabelschnur möglichst luftich. Nach einigen Tagen (bei uns waren es 5 Tage nach der Geburt) fällt die Schnur von allein ab.

Viel Freude bei eurer Lotusgeburt! Ich freu mich auch über andere Berichte – schreibt gern einen Kommentar dazu, was eure Erfahrungen waren und was ihr noch für Tipps und Tricks kennt!

Die große Schwester pflegt die Plazenta ihres kleinen Bruders...

Die große Schwester pflegt die Plazenta ihres kleinen Bruders…

 

5 Gründe für eine Lotusgeburt

7. August 2014 von Marietta | 9 Kommentare

Lotusgeburt? Was ist denn das?
Diese Frage wird uns in den letzten Wochen häufig gestellt. Unser Sohn Jemiah Nirinjan ist vor 5 Wochen geboren und es war eine wundervolle Hausgeburt. Und „ganz nebenbei“ eben auch eine Lotusgeburt. Für uns war es eine der wunderbarsten  Erfahrungen und da es bisher noch nicht allzu bekannt ist, was eine Lotusgeburt ist und wie und warum man das macht, möchte ich diesen Artikel dazu schreiben.DSCF7065

Für alle unter euch, die noch nichts davon gehört haben: Bei einer Lotusgeburt durchtrennt man nach der Geburt NICHT die Nabelschnur. Baby und Plazenta bleiben zusammen, bis sich nach einigen Tagen die Nabelschnur von selbst löst (so wie sich ja auch der Nabelstumpf einer durchtrennten Nabelschnur nach einigen Tagen löst).

Bestimmt fragen sich viele: Schön, und WARUM?

Meine Antwort dazu ist natürlich ziemlich subjektiv. Alles, was ich dazu sagen kann, ist meine Erfahrung und das, was ich von anderen wenigen Müttern weiß, die eine Lotusgeburt erlebt haben.
Ich habe mal von einem Arzt gelesen, der meinte, es würde die Infektionsgefahr verringern…aber das ist auch das einzig medizinische, was ich darüber gelesen haben und ich weiß nicht mal mehr wo…(In der Schule würde ich jetzt für fehlende Quellenangabe einen roten Strich bekommen:)

Also, was macht eine Lotusgeburt so wunderschön?

Die Plazenta, eingesalzen und mit Kräutern umgeben

Die Plazenta, eingesalzen und mit Kräutern umgeben

1. Sie ist unglaublich ästhetisch

Das ist mein allerwichtigster Grund, weshalb ich immer wieder eine Lotusgeburt machen würde. In den meisten Köpfen spukt das Bild einer blutigen Plazenta, die irgendwann stinkt und alles vollmatscht. Das ist ganz und gar nicht so! In dem Artikel „Anleitung für eine Lotusgeburt“ könnt ihr nachlesen, wie man die Plazenta behandelt und sehen, wie sie aussieht. Das Einsalzen und pflegen der Plazenta ist so wunderbar schön anzusehen, duftet, bringt so viel Schönheit ins Babyzimmer. Ich bin wirklich sehr geruchsempfindlich und reinlich – mich hätte jeder kleinste Gestank gestört. Aber es duftete die ganze Zeit nach Kräutern und sah einfach so schön aus, wie mein kleiner Sohn seine Plazenta anschaute. Es ist wunderschön!

2. Die Nabelschnur wird nicht durchtrennt

Ja, das beinhaltet ja schon der Begriff Lotusgeburt, aber es ist eben auch der Grund. Lass es dir mal genau durch den Kopf gehen: Die Nabelschnur bleibt unbeschädigt. Weißt du, wie entspannt das ist? Kein durchtrennen, kein: so, jetzt müssen wir aber mal durchschneiden. Nein. Es bleibt einfach alles so, wie es ist. Bei unserer Tochter wurde meinem Mann nach der Geburt die Schere in die Hand gedrückt und er „durfte“ durchschneiden. Ich weiß, dass es für viele ein heiliger Augenblick ist, dieses Durchtrennen. Für uns war es intuitiv nicht das, was sich richtig anfühlte. Es fühlte sich falsch an. Für alle unter euch, denen es auch so ging oder denen die Vorstellung des Durchtrennens nicht behagt, ist eine Lotusgeburt genau richtig! Was die Natur vorgesehen hat, weiß ich nicht.Viele Tiere essen die Plazenta, einige lassen sie wie sie ist…für uns fühlte es sich jedenfalls natürlicher an, als sie zu durchtrennen.

Die große Schwester pflegt die Plazenta ihres kleinen Bruders...

Die große Schwester pflegt die Plazenta ihres kleinen Bruders…

3. Es ist ein wunderschönes Ritual

Täglich die Plazenta einzusalzen und mit Kräutern einzureiben war für uns einfach ein wunderschönes Familienritual. Alle waren dabei – meine Tochter zerkleinerte Rosenblütenknospen, mein Mann rieb die Plazenta mit Salz ein und wir beobachteten, wie sich die Plazenta täglich wandelte und schrumpfte. Wir waren alle zusammen und unser Sohn genoss diese Aufmerksamkeit und Pflege sichtlich!

4. Es entspannt

Ich weiß es nicht, aber ich glaube es: Mein Sohn war nicht nur wegen der Hausgeburt so entspannt. Alle Mamas die ich kenne und die Lotusgeburt machten berichten das gleiche: Ihre babys waren butterweiche kleine Buddhas. Völlig entspannt. So auch unser kleiner Sohn. Wie gesagt, das kann an allem möglichen liegen, ich glaube, eine Lotusgeburt fördert diese Entspannung absolut.
Allein aus diesem Grund: Es ist nicht möglich, das Baby permanent rumzureichen. Die Nabelschnur ist empfindlich und wenn das Baby hochgenommen wird, muss auch die Plazenta mit. Das erfordert Feingefühl und ich empfand es als sinnvoll, bis die Nabelschnur abfällt, nicht ständig „rumzuhampeln“. Mama und Baby haben ihr Wochenbett und brauchen Ruhe! Die Plazenta erinnert daran permanent.

5. Vom Baby selbst bestimmt

Die Plazenta verändert sich stündlich, wird kleiner und trocknet. So wirkte auch für mich das Loslassen. Das Baby entscheidet selbst, wann es ganz loslässt
Baby und Plazenta waren bisher immer zusammen, die Plazenta ist ein Teil des Babys. Ihm das einfach plötzlich wegzunehmen wirkt anders als ihm diese Übergangsphase zu ermöglichen. Tatsächlich hatten wir den Eindruck, dass unser Sohn, als er die Plazenta ganz gehen ließ und die Nabelschnur sich löste, erst „richtig“ auf der Erde ankam. Die Zeit bis dahin war wie eine magische Übergangszeit. Die Nabelschnur löste ich ganz genau eine Woche nachdem die Geburt begann – die Selbe Uhrzeit, der selbe Tag. Und wir mussten alle vor Rührung weinen. Ich glaube, unser Sohn wusste genau, was da geschehen war und wir feierten still seine Ankunft auf dieser Erde. Ab diesem Punkt änderte er sich merklich. Er war „geerdeter“ und wirklich da. Die Zeit bis dahin war wie eine Zeit zwischen den Welten. Magisch, Zauberhaft und von ihm selbst bestimmt, wann er ganz hier ankommt.

Es gibt sicher noch viel mehr Gründe. Zum Beispiel, dass die Plazenta ganz nebenbei haltbar gemacht ist – getrocknet kann sie noch eine Weile „Im Nest“  bleiben und dann kann man einen Baumdrauf pflanzen oder was man für sinnvoll hält.

Getrocknete Plazenta

Getrocknete Plazenta

Aber diese 5 Gründe hier sollen jenen Einblick verschaffen, die bisher nicht richtig wussten, was das ganze soll. Ich gebe zu, es ist nicht für jeden etwas und es sind nicht wirklich „sachliche“ Gründe, die ich hier nenne. Aber das soll eine Lotusgeburt ja auch nicht sein. Ich glaube, wer sich hiervon angesprochen fühlt, für den ist eine Lotusgeburt eine spirituelle und einfach wundervolle Erfahrung. Falls ihr Fragen habt, fragt! Ich war selber froh, jemanden zu kennen, den ich fragen konnte. Wenn ihr vorhabt, eine Lotusgeburt zu machen, könnt ihr auch meinen Artikel: Anleitung zur Lostusgeburt lesen oder das Video schauen.

Ich freue mich, wenn diese Geburtsform weiter bekannt wird, denn ich glaube, sehr viele Familien könnten sich daran erfreuen, wenn sie nur davon wüssten!

Hier noch die Erfahrungsberichte meiner wunderbaren Hebamme:

https://www.facebook.com/HebammenpraxisGeburtshausWillkommenImLeben/posts/422574111215132

Entspanntes Windelfrei – 7 kleine Tipps

21. März 2014 von Marietta | 4 Kommentare

DSCF6756[1]In letzter Zeit scheint Windelfrei zu boomen! Ich höre von immer mehr Eltern, die es ausprobieren wollen oder gemacht haben. Wenn wir vor 4 Jahren mit unserer Tochter im Park beim Abhalten angesprochen wurden und sagten, wir „machen windelfrei“ wurden wir noch schräg angeguckt. Mittlerweile hat doch schon fast jeder zu Mindest davon gehört – jedenfalls hier in Leipzig.
So schön ich das finde, so traurig macht es mich, dass es doch häufiger nicht ganz so umgesetzt wird, wie es gemeint ist. (Jedenfalls empfinde ich es so)
Einige Mütter fragen mich in etwa so: „Wie hast du das gemacht? Bei euch klappte es doch so gut, bei uns ist es nur Stress und mein Mann findet es doof und ich würde viel lieber Windeln nehmen, das spart so viel Stress! Ich schaffe es einfach nicht.“ Ich komme dann schnell ins Zweifeln, ob Windelfrei mittlerweile nicht eher einem Trend gleichen kann, dem viele gerade alternativ gesinnte Mütter aus wunderbaren Absichten nachgehen wollen – es aber letztendlich zu einem Druck führt, dass “ es auch klappen muss“ und wenn nicht, dann ist man gescheitert.
Bitte ihr Lieben, die ihr Windelfrei ausprobieren wollt oder euch dafür interessiert, verinnerlicht, dass es bei Windelfrei nicht um die Menge an Windeln geht, die ihr spart sondern um eine bindungsorientierte Kommunikationsform mit euren Babys! Die gesparten WIndeln sind eine erfreuliche Nebensache, aber sie sind nicht der Kernpunkt dieses wundervollen Ansatzes.Ich habe daher beschlossen, euch hier aus meiner Sicht einige Anregungen zu geben, um mit windelfrei entspannt „erfolgreich“ zu sein:

1. Kommuniziere aus Liebe

Wenn ich etwas an Windelfrei am wichtigsten finde, dann das: Es ist ein Ansatz, der aus Liebe funktioniert. Ich glaube, jede andere Absicht, das Baby abzuhalten, wird letztendlich nicht zufrieden machen. Es geht hier darum, die liebevolle Kommunikation zum Baby auch auf die körperlichen Bedürfnisse – wie eben auch die Ausscheidungen – zu erweitern. Es „klappt“ solange wir nicht irgendetwas erreichen wollen, sondern einfach unserer intuitiven Verbindung zu unserem Baby trauen. Natürlich hilft es, wenn man bestimmte „Pullerzeiten“ des Babys kennt oder kleine Tricks im Alltag – aber letztendlich zählt die Verbindung zu unserem Baby.

2. Klare Absprachen

Auch wenn viele diesen Ansatz mögen – einigen ist es doch fremd. Niemand kann gezwungen werden, ein Kind abzuhalten, das wäre für den Erwachsenen als auch das Baby eine Qual! Es ist sicher schwer, wenn nicht beide Eltern dahinter stehen und doch ist es denke ich möglich, einen wertschätzenden Weg zu finden. Wenn Mama das Baby abhält, dann kann Papa es annehmen ohne den Druck zu haben, es selbst machen zu müssen. Und umgedreht kann Mama akzeptieren, dass Papa es nicht möchte. Es ist sicher schwer, da eine einwandfreie Lösung zu finden aber ohne klare Absprachen können Spannungen entstehen, die das ganze Projekt Windelfrei zum Scheitern bringen und auch dem Baby nicht gut tun. Daher finde ich es wichtig, dass sich alle nächsten Bezugspersonen wirklich offen damit auseinandersetzen. Das verhindert vor allem, dass einer der Eltern „beweisen“ will, dass dieser Ansatz toll ist – denn ich sage euch, das klappt nicht!

3. Bleib bei dir

Damit sind wir bei einem 3. wichtigen Punkt. Bitte versuche nicht nach außen zu zeigen, wie toll das ist und wie super es klappt. Das setzt dich und dein Baby unter Druck. Da kommt die skeptische Oma und du würdest dir so wünschen, dass dein Baby jetzt vor ihren Augen in die Schüssel macht – es wird wahrscheinlich nicht klappen. Unsere Babys sind doch nicht blöd – würdest du auf Klo gehen, während dich skeptische Verwandte dabei kritisch beobachten? Das ist jetzt überspitzt formuliert und natürlich wird es auch dein Umfeld bemerken, das dieser Ansatz Sinn macht – solange du es nicht aus diesem Ziel tust, es den anderen zu „beweisen“. Meiner Erfahrung nach macht es unentspannt, weil man dann umgedreht auch immer Angst hat, dass vor den Augen der anderen etwas „daneben geht“. Also, bleib bei dir und deinem Baby und wenn deine Oma skeptisch ist, wird sie immer Gründe finden, warum das alles neumodischer Kram ist – daran kannst du nichts ändern! Und musst du das? Hauptsache, euch geht es gut!

4. Benutze Windeln, wenn dir danach ist

Wenn es draußen eiskalt ist und du dein Kind ins Tragetuch packst und dich sicherer fühlst, ihm eine Windel umzumachen, dann tu es! Es bringt niemandem was, wenn du alle 5 Minuten besorgt fühlst, ob dein Baby noch trocken ist. Ich hatte keine Lust, bei Minusgraden mein Baby auszuziehen, um ihm eine nasse Hose auszuziehen! Bitte verkrampfe nicht, nur weil andere es ohne Windeln „schaffen“. Es geht nicht darum, etwas zu schaffen und dabei zu verkrampfen – dann macht es niemandem mehr Spaß. Ich fand es zum Beispiel immer sehr angenehm, wenn ich Freunde mit Teppich besucht habe, nicht die ganze Zeit Angst zu haben, dass meine Tochter den Teppich nass macht – und benutzte zur Sicherheit Windeln. Diese waren in den allermeisten Fällen eh nie nass und ich bekam es mit, wenn sie musste, aber ohne diese WIndeln wäre ich bei  bestimmten Menschen einfach zu angespannt gewesen, dass etwas passiert. Ich habe auch schon Eltern kennen gelernt, die ihre Babys in diesen Situationen einfach permanent über die Schüssel halten, damit sie jah kein Tröpfchen verpassen. Das empfände ich auch nicht wirklich als angenehm.
Es gibt nicht das entweder windelfrei oder Windeln. Es gibt 100 Möglichkeiten, weil es auch 100 Lebenstile gibt und da kannst du beruhigt zur Windel greifen, wenn es dich entspannter macht. Deine Oma wird sich freuen:)

5. Bleib in Kommunikation!

Dieser Punkt ist mir GANZ WICHTIG! Er schließt sich an den 4. Punkt an. Denn viele benutzen zwar auch bei WIndelfrei Windeln, ABER: sie machen die Windel rum und hören auf, mit dem Baby über die Ausscheidungen zu kommunizieren. Das geht gegen den Baum! Euer Baby sendet weiter wie gewohnt seine Signale und ist irritiert, wenn plötzlich niemand darauf eingeht! Wenn Papa oder Oma oder sonstwer es eh nie machen, dann ist das ja schon gewohnt. Aber ihr? Die ihr immer jedes Pippi mitbekommt?Warum jetzt plötzlich nicht?
Die Windel soll nicht heißen: So, jetzt schaltet Mama emotional auf Taubstumm. Solltest du merken, dass dein Baby gerade bei Schneesturm im Tragetuch muss, dann zeig ihm: Ah, ich merke du musst mal, gerade geht es wirklich nicht, wir sind gleich zuhause, wenn du ganz dringend musst, kannst du ja in die Windel machen. (oder so ähnlich) Oder wenn die Windel nass geworden ist auf dem Teppich deiner Freundin: Ach wie gut, ich habe es wohl gerade nicht mitbekommen, komm wir wechseln gleich mal die Windel.
Was auch immer du kommunizierst – es geht darum, dass du Windelfrei nicht einfach an-und abschalten kannst, ohne es deinem Baby mitzuteilen. Und wenn du wirklich mal ganz und gar nicht kannst, weil du ins Flugzeug steigst oder irgendwas: dann kündige es vorher an. Sag deinem Baby: du, in den nächsten Stunden kann ich nicht auf deine Signale eingehen, weil das und das…
Vielleicht finden einige jetzt diesen Rat übertrieben, aber aus meiner Sicht ist es der häufigste Grund, warum Babys irgendwann streiken. Das ganze HIn-und Her ist nämlich nicht schön. Mal Windelfrei hier und dann da mal probiert und dann 2 Wochen nur Windeln und keiner reagiert auf Pippi-Signale – das kann ein Baby ganz schön durcheinander bringen.

6. Benutz angemessene Kleidung

Ich weiß, es gibt superniedliche Strampler – leider taugen sie bei Windelfrei nicht viel. Einteiler sind immer dann nervig, wenn du das ganze Kind ausziehen musst, nur weil es unten nass ist. Auch Bodys sind nur unten etwas nass – und doch muss das ganze Kind nackig gemacht werden. Im Sommer kein Problem, im Winter kann es nerven! Investiere in Kleidung, die dir und deinem Kind angenehm ist und du hast ganz viel Stress gespart. Nachts einen Einteiler anzuziehen kann die Nachtruhe wirklich stören, denn ein Baby nachts komplett umzuziehen ist schon wirklich unangenehm für alle.
Ich habe nachts manchmal einfach nur oben ein Leibchen angezogen und unten eine Mullwindel zum leicht zudecken. War unten was nass, konnte ich es einfach aus dem Bett schmeißen und alle schliefen weiter…ohne an-und ausgeziehe.

7. Schimpfe oder Strafe nicht

Es ist vielleicht für die meisten klar – aber ich möchte es doch betonen: Wenn etwas daneben geht, hat niemand Schuld oder hat versagt. Bitte mach dich oder dein Baby oder deinen Partner nicht schlecht. Manchmal passiert es unbewusst, dass wir dem Baby nicht ganz so freundlich die nasse Hose wechseln. Das kann passieren, weil wir genervt sind oder überlastet. Doch bitte verinnerliche, dass dein Baby ein Baby ist und du eine Mama – und ihr beide in einer Kultur aufwachst, die nicht übermäßig viel Windelfreierfahrung bietet. Eine afrikanische Ureinwohnerin ist damit aufgewachsen und lebt in einem Klima, in dem Hosen überflüssig und damit nie nass sind. Es ist schon manchmal nicht so leicht, in der westlichen Welt solche intuitiven Ansätze zufriedenstellend auszuprobieren. Und das ist ok.! Dafür lernen wir es und tauschen uns aus – da kann auch mal was daneben gehen. Humor ist hier mal wieder eine große Erleichterung!

Intuitive Schwangerschaft trotz „Beschwerden“

14. März 2014 von Marietta | 4 Kommentare

DSCF66755 Monate! So lange habe ich keinen Blogartikel mehr geschrieben und so lange bin ich schwanger! In dieser Zeit habe ich so viele viele Mails von euch erhalten, anscheinend habe ich wirklich ein Blogthema gewählt, welches viele von euch bewegt! Danke! Doch kaum etwas kam von mir in den letzten Monaten zurück. Warum?
Eigentlich ist Schwangerschaft etwas wunderbar natürliches, normales
und überhaupt kein Grund, 5 Monate nichts mehr zu machen oder sich nicht weiterhin seines Lebens zu freuen.

Und dennoch: Ich lag 8 Wochen ausschließlich im Bett und bin erst jetzt wieder rund und lebendig. Ich hatte eine Hyperemesis, eine extreme Form des Schwangerschaftserbrechens. Für alle, die es nicht kennen: 30 Mal am Tag oder mehr zu erbrechen ist bei dieser Krankheit Alltag. Und es schlaucht!
Vielleicht mache ich bald mal einen extra Blogartikel nur zu diesem Thema, denn es betrifft einige Frauen und ich möchte euch allen, die ihr gerade eine Hyperemesis habt, Mut machen:
Es ist wunderbar, dass ihr für euer Kind solche Hürden überwindet!
Dieser Artikel soll jedoch über die Schwangerschaftsbeschwerde Hyperemesis hinaus gehen – denn es gibt noch einige andere Schwangerschaftsbeschwerden, die so manche Mama von ihren intuitiven Wünschen und Planungen abbringen.

Auch die intuitivsten Bauchgefühlmamas unter euch kennen sicherlich einfach auch Beschwerden in der Schwangerschaft. Und gerade in der Schwangerschaft beobachte ich, dass Frauen noch unsicherer sind, ob sie sich „richtig“ verhalten, jah kein Risiko eingehen – es könnte ja so viel passieren.
Ja. Und ich kenne einige Schwangere, die Wünschen sich einfach eine ganz ruhige und entspannte Zeit und werden doch unsicher gemacht. Gerade schwangerschaftsbedingte Beschwerden können Intuition manchmal ganz verschütten. Da gibt es dies und jenes zu beachten, jener Wert stimmt nicht dieses Maß ist ungewöhnlich…Mamas und Papas, ich will euch trotzdem sagen: Hört auf euer Bauchgefühl und euer Bauchbaby!
Ich kenne den UNterschied. In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich auch eine Hyperemesis und habe mich extrem verunsichern lassen, diesen und jenen Rat gehört, Angst bekommen vor Nährstoffmangel, vor was weiß ich allem und es ging mir hundeelend. Dieses Mal hätte es mir auch hundeelend gehen können, denn das ganze „Gekotze“ ist einfach unglaublich schlauchend. Aber mir ging es innerlich so gut, ich war so
sicher, dass alles gut sein wird und ich einfach diesen Weg gehen werde.
Und nun sitze ich hier angstfrei, plane unsere Hausgeburt mit einer wunderbaren Hebamme (die es ja noch gibt…bitte alle die Petition unterzeichnen!!!) und bin mir sicher, dass ich genau fühlen werde, wenn etwas nicht stimmen sollte. Wir Frauen sind wunderbar gemacht zum Kinder kriegen. Und auch wenn es diese oder jene Beschwerden gibt, so ist es kein Grund, sich selbst völlig in einen Strudel aus Angst und Verunsicherung zu geben. Ihr Mamas, ihr seid die besten und nächsten Kontaktmenschen für euer Baby!  Es ist nicht immer leicht, herauszufinden, welche Tests und Untersuchungen zu euch als Eltern passen. Manche Tests können mehr verunsichern als wirklich helfen – ich möchte euch hier 3 Wege vorstellen, wie ihr eurer Intuition in der Schwangerschaft fruchtbringend folgen könnt:

1. Such dir Menschen, Orte und Medien, die DICH und dein Baby unterstützen

Ob Hebamme, Arzt, Doula oder wen auch immer: es kommt hier sehr auf den Menschen an. Bitte wähle wirklich, was dir entspricht. Wenn alle deine Freundinnen zu der tollen Ärztin xy gehen, muss das ganz und gar nicht für dich passen. Schaue genau, ob dich jemand manipulieren will oder dir Angst macht. Es kann IMMER etwas passieren, ich glaube jedoch, ein Helfer in der Schwangerschaft ist da, um dich zu unterstützen und nicht, um dir Angst zu machen.
Genauso, was du besuchst oder aufnimmst: Wenn deine Oma zum hundertstenmal die schrecklichste Geburtsgeschichte der Welt erzählt – tu es dir nicht an!
Alles was Angst machen will, ist unnötig. Es gibt 1000 schreckliche Geschichten, was alles auf der Straße passieren kann – und dennoch gehen wir mit unseren Kindern über die Straße. Es gibt schwere Geburten – aber was bringt Angst vor einer schlimmen Geburt? Meide Filme und Berichte und alles mögliche, was schrecklich und grausam ist. Angst in der Schwangerschaft bringt nur Anspannung und Anspannung macht Schmerz.

2. Mach nur, was du wirklich möchtest

Was gibt es nichtv alles für Tests und Untersuchungen! Wenn du alles machst wird mit Gewissheit irgendwo ein bedenklicher Wert raus kommen. Welches Baby ist immer genau so groß, wie es sein „sollte“? Mach bitte nur, was du wirklich willst und sich für dich stimmig anfühlt. Lass aber bitte auch nichts weg, nur weil deine Freundin das auch gemacht hat. Ich glaube, wenn du keinen Ultraschall machst, weil alle deine Freundinnen ihn weglassen, du aber insgeheim Sorgen hast, dass doch etwas schlimmes sein könnte, dann wird es dich auch nicht glücklich machen! Schau genau hin: Was gibt es für Angebote und welche kannst du nutzen – und welche bringen dich eher durcheinander. Es sind ANGEBOTE. Keine Kontrolluntersuchung geschieht, ohne dass du es einwilligst! Nutze diese Freiheit! Selbst wenn du krank sein solltest oder „Risikoschwanger“ kannst du deinen individuellen Weg gehen. Du weißt, wann Handlung von Nöten ist. Du spürst, wann dein Baby Hilfe braucht. 10 Ärzte werden dir vielleicht 50 Ratschläge geben und jede von 12 Hebammen weiß eine andere Strategie: Es muss für dich passen und du spürst, wenn du dich auf dein Bauchgefühl verlässt, sehr wohl, was du brauchst und was nicht!

3. Vertraue dem Kontakt zu dir und deinem Baby

Viele Mamas wissen ganz intuitiv, wie es ihrem Bauchbaby geht. Manche Zeichen sind sehr eindeutig: Meine erste Tochter hat bei meinem ersten und einzigen CTG so lange gegen den CTG-Kopf geboxt, bis er abfiel (trotz Band drumherum). Solche eindeutigen Zeichen gilt es zu respektieren, finde ich! Vertrau deinen Impulsen. Wie viele Mamas verlieren den Kontakt zu sich und ihrem Bauchbaby, nur weil sie nicht ernst genommen werden. Such dir Menschen, die dich und dein Baby achten. Es wird dir dabei so gut gehen!
Wenn du mit deinem Bauchbaby in Kontakt bist, dann tust du aus meiner Sicht das wichtigste und hilfreichste überhaupt. Nur dir kann es zeigen, was es braucht und fühlt. Wenn ihr beide euch gut verbunden fühlt, seid ihr bestens für alle Risiken und Beschwerden gewappnet.

Das sind die simpelsten Dinge, die ganz einfach umzusetzen sind und doch in so vielen Schwangerschaften in den Hintergrund geraten.Es gibt noch 100 andere Sachen über intuitive Schwangerschaft zu schreiben, finde ich. Denn momentan ist es wirklich verwirrend, als Schwangere noch den eigenen Weg zu gehen. Ich wünsche mir, dass wir diesem Wunder Schwangerschaft und Geburt wieder die Achtung und Wertschätzung entgegenbringen, die es gebührt. Dafür bleibt kaum noch Raum im Vergleich zu all den Tests und den Auseinandersetzungen zwischen Ärzten und Hebammen. Ich habe den Eindruck, oft geht es ganz und gar nicht mehr um das Wohl der Mama und ihrem Kind sondern um ganz andere Interessen. Und die Vorstellung, ab 2015 keine Hebammenbetreuung mehr zu bekommen, ist wirklich surreal.

Lasst uns wieder lernen, Kinder aus dem Bauch heraus zu gebären!
Für alle, die noch nicht die Hebammenpetition unterschrieben haben, hier noch der Link

https://www.change.org/de/Petitionen/lieber-herr-gröhe-retten-sie-unsere-hebammen

Die Angst vor dem verwöhnten Kind

30. Oktober 2013 von Marietta | 8 Kommentare

3 Gründe, warum intuitive Elternschaft dein Kind nicht im negativen Sinne „verwöhnt“

IMG_4655Ich habe es schon unzählige Male indirekt oder direkt gesagt bekommen: Du verwöhnst dein Kind! Du behandelst es wie die Prinzessin auf der Erbse. Deine Tochter kann nicht ewig alles bekommen, was sie will…
Ihr kennt es bestimmt auch: Familienbett, Stillen, Tragen und all unsere intuitiven Herangehensweisen als Eltern werden von einigen (gerade älteren) Menschen in unserem Umfeld kopfschüttelnd begutachtet.
Kaum ist ein Baby älter als 4 Monate und wird noch gestillt, ist die Mutter zu gutmütig und verwöhnt ihr Kind. Kinder müssen, laut dieser Denkweise, früh lernen, dass sie nicht alles kriegen im Leben und dass sie auch Grenzen akzeptieren müssen. Und am besten fängt man damit so früh wie möglich an, sonst wird es sich nur an all diese Bequemlichkeiten gewöhnen.
Ich will hier mal meine Stimme für die Eltern erheben, die das etwas anders sehen. Und dafür schauen wir uns doch erst mal an, was verwöhnen eigentlich meint.
…tja, sehen wir es nun negativ oder positiv? Wenn ein Mann seine Frau verwöhnt, ist er ein guter Liebhaber. Wenn eine Mama ihr Kind verwöhnt, dann ist sie bestenfalls zu gutmütig.
Verwöhnen kann viel heißen. Verwöhnte Kinder – da tauchen Bilder von quengeligen Rotzgören auf, die weinend im Spielzeugladen stehen und alles haben wollen, was sie sehen. Kinder, die immer sofort alles kriegen und ihre Eltern voll „in der Hand“ haben.
Soll ich dir sagen, warum ich die Angst Quatsch finde, dass sich ein Kind intuitiver, liebevoller Eltern  so verhalten wird?

1. Wir sorgen uns um Bedürfnisse

Eine Mama, die ihrem Kind intuitiv begegnet erfüllt nicht irgendwelche Launen des Kindes, sondern seine Bedürfnisse. Es geht hier nicht darum, dem Kind etwas zu geben, was es eigentlich nicht braucht oder selber könnte – es geht darum, einem Kind das zu geben, was es TATSÄCHLICH BRAUCHT! Ein Kind kommt mit vielen Fähigkeiten auf die Welt und mit vielen Bedürfnissen. Es geht also nicht darum, dass intuitive Eltern ihren kleinen Prinzessinnen und Prinzen jedes Spielzeug kaufen, was sie gerade zu Gesicht bekommen. Sollte ein Kind einer intuitiven Mama tatsächlich auffallend viel weinen und jedes Spielzeug haben wollen, dann würde sie sich wahrscheinlich fragen, was es EIGENTLICH braucht. Vielleicht Aufmerksamkeit? Vielleicht ist ihm langweilig? Vielleicht möchte es gern wieder mehr Zeit zum Spielen haben?
Es geht also wirklich darum, einem Kind das zu geben, was es wirklich braucht und nicht darum, ihn mit Ersatz zu befriedigen und es zu „verhätscheln“.
Wenn man jemandem das gibt, was er wirklich braucht und was er sich selbst nicht geben kann – ist das das verwöhnen?

2. Intuitive Elternschaft macht zufrieden

Sich mit einem Kind zu verbinden, schließt aus, es zu verhätscheln oder zu „verziehen“. Kinder, die sicher gebunden sind, sind zufrieden. Eltern, die sicher gebunden sind, sind zufrieden. Es ist ein gegenseitiges Verstehen. Eine Mama weiß einfach, was ihr Kind braucht und ihr Kind spürt, dass es alles bekommen kann, was es braucht. Das macht zufrieden! Wie schön ist es, sich sicher zu sein, dass alles, was man braucht, da ist. Und es ist letztenendes nicht viel, was ein Baby braucht. Kurz gesagt: Liebe, Mama (oder andere liebevolle Menschen), Geborgenheit. All die schicken Babysachen und Fläschchen und Täschchen sind nicht das, was ein Baby braucht. Ein zufriedenes Kind will auch nicht immer alles mögliche haben. Es ruht in sich.
Da gibt es ganz andere Ansichten. Ich habe mit Grauen das Buch „Adolf Hitler, Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Sigrid Chamberlain gelesen. Die Autorin zitiert aus Erziehungsbüchern der NS-Zeit. Ein eindrückliches Beispiel daraus: „…so raten wir ganz unbedingt dazu, es (das Baby) von der mutter getrennt unterzubringen (…) Der Mutter wird auf diese Weise nicht nur viel Beunruhigung erspart – sie horcht nur zu gern ängstlich auf jede Lebensäußerung des kleinen Wesens und sorgt sich unnötig darum (…). Außerdem hat die Trennung von Mutter und Kind für letzteres außerordentliche erzieherische Vorteile. Dass die Erziehung des Kindes unmittelbar nach der Geburt zu beginnen hat, darüber werden wir später noch ausführlich reden“ (Chamberlain, 2000, Seite 23)
Seit dem ich mich damit beschäftige, woher dieser strenge und für mich lieblose Umgang mit Babys kommt, begreife ich, wie sehr unsere Gesellschaft noch in alten Glaubensmustern hängt.
Mir wurde schlagartig klar, dass die Angst vor dem Verwöhnten Kind sehr tief  in unsere Kultur gesät wurde. Und das es politisch notwendig war, „harte Kerle“ zu erzeugen.
Es geht Menschen mit diesem Glaubenssystem nicht darum, ein zufriedenes Kind zu sehen sondern eines, dass viel leisten kann und hart im Nehmen ist. Die Welt ist voll von Grenzen und Kinder sollten erst gar nicht auf die Idee kommen, dass Träume wahr werden können.

Das ist ein Auslaufmodell! Es führt uns in eine Lieblose Welt aus lauter gleichgeschalteten Menschen, die in sich eine tiefe Unzufriedenheit spüren.
Intuitive Eltern wollen zufriedene Kinder. In einer Welt, die wachsen kann. Unsere Gesellschaft sehnt sich nach Individualität. Es ist Langweilig und deprimierend, nur unzufriedene Gesichter zu sehen. Unsere Kinder können so viel erreichen, wenn wir ihnen eine Kindheit ermöglichen, in der sie sich selbst und ihre Wünsche wertgeschätzt wissen.

3. Intuitive Eltern vertrauen

Ich weiß nicht, wie es euch geht – ich vertraue meiner Tochter. Ich vertraue Kindern, dass sie genau wissen, was sie brauchen. Manchmal fehlt ihnen die Sprache, es auszudrücken, aber wir Eltern wissen genau, dass sie etwas brauchen. Ich kenne Situationen, in denen wir im Spielzeugladen etwa 10 Sachen kaufen könnten, weil meine Tochter alles so schön findet. Geht mir sogar selber so. Aber es bedeutet für meine Tochter kein Liebesentzug, wenn ich es ihr nicht „gönne“. Ich erkläre, dass wir nicht alles kaufen können und ich vertraue ihr, dass sie es versteht.
Intuitive Elternschaft bedeutet, mit dem Wesen deines Kindes verbunden zu sein. Wesentliche Wünsche zu erkennen. Und unseren Kindern und unserer inneren Stimme zu vertrauen.
IMG_3106Dann ist es egal, ob Tante Hannelore sorgenvoll denkt, dass Frieda noch mit 20 im Familienbett schlafen wird. Dann ist es egal, ob Opa Hans es anwidert, wenn Clemens noch mit 4 gestillt wird. Solange du darin vertraust, dass es dem Wesen deines Kindes entspricht, machst du nichts falsches. Im Gegenteil. Du gibst deinem Kind genau das, was es braucht!
Wir können vertrauen, dass Kinder nicht mehr nehmen, als sie brauchen, wenn ihnen alles wesentliche zur Verfügung steht. Sie lernen dadurch wunderbar, für sich selbst zu sorgen und immer zu wissen, was und wie viel sie brauchen.
Ein Kind, dass von Anfang an „entwöhnt“ wird, wird wahrscheinlich immer das Gefühl in sich tragen, zu kurz zu kommen. Es will noch als Erwachsener mehr haben– Suchtpotential sagt guten Tag. Unsere Welt ist voll von Menschen, die nie das bekamen, was sie brauchten und die nicht wissen, was sie eigentlich brauchen.
Ein Kind, dass vertrauensvoll erhält, was es wirklich braucht, wird nicht mehr wollen. Wozu? Wenn alles da ist, wird auch kein Mangel empfunden. Was für eine herrliche Welt, in der zufriedene Menschen leben…

Intutitive Eltern bei Facebook

Intuitive Eltern auf Youtube

Sind schreiende Eltern für Kinder eine Gefährdung?

19. Oktober 2013 von Marietta | 2 Kommentare

3 Gründe, warum ich gewaltfreies Schreien für bindungsfördend halte

Ich wage mich jetzt mal an ein Thema heran, worüber es bestimmt schon viele Sichtweisen gibt und ich denke, es ist sehr umstritten: Schadet es Kindern, wenn Eltern schreien?

Die erste Reaktion unter bewusst lebenden Eltern ist natürlich: Wir wollen unsere Kinder nicht anschreien! Es ist natürlich wunderbar, dass wir nicht mehr in einer Zeit leben, in der Anschreien die Norm war und in dogmatische Erziehungsstrategien hinein gehörte. Schreien und Kinder durch Autorität erziehen ist nicht mehr das Ideal bewusster Eltern.
Das geht jedoch soweit, dass eine Mama, die eben doch aus irgendwelchen Gründen gerade geschrien hat, danach seltsame Blicke erntet, Kopfschütteln und so subtile Andeutungen, dass sie ihr Kind „nicht im Griff hat“.
Schreien wird mittlerweile tabuisiert, wer sein Kind anschreit, der schadet der Seele des Kindes. Aggression und Schreien gehört nicht in eine friedliche und bindungsorientierte Elternschaft. So in etwa würde ich die Gegenwärtige Meinung über Schreien formulieren.

Ihr merkt, ich habe da noch einen Haken zu setzen…natürlich wünsche auch ich mir, nicht meine Tochter anschreien zu müssen und wünsche mir friedliche Konfliktlösungen. Aber, und vielleicht geht es euch auch so, manchmal gibt es Situationen, in denen alle meine Nerven sich verabschieden und ich einfach meine angestaute Energie rauslasse. Hierbei meine ich wirklich ein Schreien, was dem Loslassen von negativen Emotionen dient und nicht ein bloßes Schreien von Beleidigungen und Angriffen.
Es ist nicht meine Tochter, die ich dann direkt anschreie aber ich werde eben laut und sage Sachen wie: „Mir ist das alles zu viel!“ Und ich wage jetzt mal zu behaupten, dass das ok ist und vielleicht sogar weniger schadet als verbindet. Warum?

Hier meine 3 Gründe, warum ich glaube, dass Eltern (und Kinder!) auch mal schreien können:

1. Schreien ist eine wirkungsvolle Strategie, um heftige Emotionen rauszulassen

Sicher ist es erstrebenswert, gar nicht erst in Situationen zu geraten, in denen die Nerven blank liegen. Bewusstes Familienleben minimiert natürlich die Anzahl an Momenten, in denen Aggression oder Wut auftauchen. Und intuitive, bindungsorientierte Eltern sind meist sehr feinfühlig und Überforderungsmomente entstehen in Verbindung mit den Kindern einfach viel weniger. So sind wirkliche Schreimomente bei uns sehr selten.

Aber was tun, wenn es eben doch alles auf einmal chaotisch wird und nichts mehr funktioniert und alle Nerven am Ende sind? Wir sind nun mal nicht „perfekt“ und es gibt gerade im Alltag mit Kindern Situationen, die einfach überfordert können. In solchen Momenten so zu tun, als wäre nichts, staut die negativen Emotionen erst recht! Ich hatte als Kind eine Lehrerin, die wurde, wenn sie wütend war,immer extrem sachlich, gefasst und überspielt freundlich. DAS war echt eine Qual!
Eure Kinder spüren doch auch, wenn Situationen sich überladen anfühlen. Wenn ihr dann einfach mal alles raus schreit (nicht das Kind ANschreien, sondern alles RAUSschreien) dann kann das wirklich die Situation entspannen. Nicht anders ist es doch, wenn wir mit unserer Arbeit, einem Bild oder irgendetwas nicht weiterkommen. Wir schmeißen alles hin und geben erstmal auf. Das verschafft neuen Raum und danach geht es viel einfacher weiter.
Nun besitzt jeder ein anderes Temperament. Ich werde schnell mal laut, auch wenn ich fröhlich bin. Andere schreien fast nie – ich meine mit schreien also ein Ausrasten und ein Energie- loswerden, was euch entspricht.

Auch vor Freude Schreien macht Spaß!

Auch vor Freude Schreien macht Spaß!

Ich glaube, es ist die bessere Alternative, wenn du nicht mehr kannst, einfach mal alles raus zuschreien als so zu tun, als wäre nichts oder dich zusammenzureißen, weil du glaubst, deinem Kind sonst zu schaden. Dein Kind nimmt dir das eh nicht ab! Es ist viel echter und ehrlicher, als irgendetwas zu unterdrücken.
Außerdem ist Schreien oder anders laut die Stimme nutzen sehr entkrampfend. Wer unter euch gerne singt, kennt wahrscheinlich die Wirkung. Unsere Stimme zu nutzen kann Verspannungen also auch auf körperlicher Ebene lösen.
Was machen wir, wenn wir hinfallen? Was macht ein Kind, wenn es Hilfe braucht? Wie klingt eine Mutter während der Geburt?
Unsere Stimme ist nicht nur zum Sprechen da! Sie intuitiv zu nutzen, kann unser Leben mehr bereichern, als unsere Anspannung anzustauen.

2. Schreien kann gewaltfreie Kommunikation begünstigen

Es ist eine gewagte Ansicht, aber ich stehe voll dahinter. Ein friedliches Familienleben heißt für mich nicht, dass wir immer gut gelaunt und entspannt sind. Konflikte sind einfach da – und sie friedlich zu lösen heißt für mich, die eigenen Bedürfnisse angemessen mitzuteilen. Wenn ich überfordert bin und schreie: „man, ich bin total fertig, ich brauche jetzt Ruhe!“ dann schreie ich zwar, bleibe aber bei mir und meinen Wünschen und gebe den anderen die Möglichkeit zu sehen, was mit mir los ist.
Eine verkrampfte Mama, die ihren Frust unterdrückt um ja nicht aggressiv zu sein, wirkt nach außen erst Recht seltsam – nur weiß ihr Kind dann nicht, was los ist. Ich finde es sehr fruchtbringend, wenn wir unser Problem für den anderen verständlich formulieren – und wenn wir dabei lauter werden, ist das finde ich besser, als verkrampft so zu tun, als wäre nichts. Das geht eh nur eine Weile gut, bis der Knoten auf andere Wiese platzt – und da sehe ich den großen Vorteil daran, auch mal in chaotischen Situationen zu schreien. Denn früher oder später kann niemand mehr seine Aggressionen oder Überforderung zurückhalten – und sie platzt heraus, entweder nach Innen (Krankheit?) oder nach außen (Gewalt). DAS schadet Kindern und Eltern wirklich!
So ist es viel einfacher, Lösungen gemeinsam zu finden. So, wie wir weinen dürfen, wenn wir traurig sind, glaube ich, dürfen wir lauter werden, wenn wir überfordert sind. Tun wir das auf angemessene Weise, können unsere Kinder oder Partner uns viel leichter entgegenkommen, als wenn wir starr und angespannt die überlastende Situation überspielen.

3. Unser Schreien als Vorbild

Ja, ich habe sogar den Verdacht, dass wir unseren Kindern sehr viel mit auf ihren Weg geben, wenn sie Eltern erleben, die auch mal ihren Frust herausrufen und ES NICHTS SCHLIMMES IST. Wie wunderbar, wenn ein Kind beobachten kann, dass seine Mama auch ihre Grenzen hat und sie auch nicht immer freundlich und perfekt ist. So wie Kinder mal schreien (und ich kennen kein Kind, welches das nicht ab und zu tut) können wir Erwachsene auch schreien, ohne dass es angreifend oder gewalttätig wird.
Schreien wird häufig als Gewaltakt interpretiert, als Schimpfen oder Tadeln. Aber es gibt auch eine ganz andere Art von Schreien und ich glaube, unsere Kinder profitieren sehr davon, diese positive Art von Schreien kennen und damit umgehen zu lernen.
Ich habe einen Opa, der wirklich schnell mal laut wird. Nicht nur, wenn er wütend ist, auch einfach aus guter Laune. Eine Freundin, die als Kind mal mit bei meinen Großeltern zu Besuch war, fragte mich danach, warum wir die ganze Zeit gestritten haben – sie hatte angenommen, mein Opa schimpft mit uns. Sie kannte Lautwerden nur als negatives Signal von Schimpfen, Strafe oder Kritik. Ich musste ihr 10 Mal beteuern, dass mein Opa einfach nur ein anderes Temperament hat und es nichts mit ihr zu tun hat. Sie fand das richtig spannend und wollte öfter mitkommen. Später sagte sie mir, es war für sie eine ganz wundervolle Erfahrung, dass man auch anders Laut werden konnte. Sie fühlte sich als Kind dort richtig angenommen und konnte selber auch toben und „wild“ sein, was sie zu Hause eher selten war.
Schreien, impulsiv sein und einfach seine Stimmung auch mit der Stimme zum Ausdruck zu bringen (was für ein Wortspiel) kann unseren Kindern Sicherheit geben. Sie wissen ganz genau, dass wir zwar laut werden, wir sie aber nicht Anschreien, sondern unsere Emotionen rauslassen.
Und sie können es selber ausprobieren! Anstatt zu lernen, dass Schreien tabu ist und nur „böse“ Kinder schreien, können unsere Kinder einen ganz anderen Umgang mit negativen Emotionen erleben. Wenn sie selber dann mal schreien, fühlen sie sich nicht einfach „schlecht“, sondern haben Umgang gefunden mit einem Schreien, das fern ist von Gewalt oder Angriff.

Ganz zum Schluss will ich wirklich nochmal betonen, dass ich kein Anbrüllen oder verbale Gewaltakte mit diesem positiven Schreien meine. Es geht hier nicht um Strafe, Gewalt oder andere Angriffe – es geht mir darum, dass ich es völlig o.k. finde, wenn Eltern auch mal ihre Gefühle rausschreien und wir nicht immer gleich an das Jugendamt denken müssen, wenn wir eine Mama ihre Gefühle schreien hören. Sie braucht dann vielleicht weniger Erziehungshilfe als einfach ein bisschen Empathie…

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