Intuitive Eltern

In Verbindung zu Dir und Deinem Kind

5 Strategien für friedliche Konflikte mit Kindern

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Ein Familienleben kann noch so wundervoll und die Verbindung zwischen Eltern und Kindern intuitiv und nah sein – Konflikte gibt es in jeder Familie . Konflikte gehören finde ich zu einer Beziehung dazu, doch müssen sie uns glaube ich nicht entfremden oder Kraft rauben, sondern können uns durchaus noch näher zusammenbringen.
Nach einem Streit mit meiner Tochter, wenn wir uns versöhnt in den Armen liegen, fühle ich mich immer noch näher an ihr dran und verstehe sie wieder etwas besser. Jeder Konflikt birgt ein Puzzlestück Verständnis für sich selbst und den anderen mit sich. Ich glaube, Konflikte mit Kindern können unseren Familienalltag sogar sehr bereichern, wenn wir sie bewusster annehmen. Ich will mit euch hier meine fünf liebsten Strategien teilen, die mir helfen, Konflikte mit meiner Tochter friedlich zu lösen:

1. Nimm dir Zeit

Kennt ihr das auch?: wir wollen ganz schnell los, der Zug fährt bald und plötzlich fällt meiner Tochter ein, dass sie ihr rotes Sommerkleid von vor 2 Jahren anziehen will. Das steckt in irgendeiner Kiste, in irgendeinem Schrank und die Chance, es gleich zu finden, ist Null und die Chance, dass es ihr überhaupt noch passt, ist Minus 10. Aber es muss jetzt her!, meint meine Tochter….jeder Versuch, sie zum Gehen zu überreden bringt noch mehr Eskalation…….aaahhhhh – tief durchatmen, entspann dich, setz dich. Nimm dir 2 Minuten Zeit.
Mir hilft es in solchen Situationen immer, einfach wirklich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, meiner Tochter in die Augen zu sehen und ihr zu zeigen, dass ich ihren Wunsch ernst nehme und ihr helfen will. Dass es jetzt nicht gleich sofort gehen kann, aber dass wir gemeinsam, wenn wir wieder kommen, in allen Kisten nach dem Sommerkleid suchen.
Ich weiß, wir Erwachsenen stecken oft in einer anderen Zeitvorstellung als unsere Kinder. Es scheint völlig absurd, jetzt Sommerkleider zu suchen – aber unsere Kinder haben eine andere Vorstellungen davon, was möglich ist. Wer sagt, was geht oder nicht? Zeit für den anderen zu haben kann einen Konflikt wirklich sehr entspannen. Und manchmal glaube ich, wollte meine Tochter auch nicht wirklich ihr Sommerkleid sondern genau das: Zeit und Aufmerksamkeit von mir.

2. Gewaltfreie Kommunikation

Es ist so simpel und verändert Konflikte so tiefgreifend. Wer sich noch nicht mit Gewaltfreier Kommunikation befasst hat, dem empfehle ich unbedingt, das Buch „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall B. Rosenberg zu lesen. Es erleichtert jeden Konflikt und zeigt uns, was sich hinter manchem Streit eigentlich verbirgt. Rosenbergs Ansatz ist, dass wir Konflikte lösen, in dem wir unserem Gegenüber Empathie entgegenbringen und versuchen zu verstehen, was sein eigentliches Bedürfnis ist.
Gerade mit Kindern ist es sehr fruchtbringend, ihre Bedürfnisse anzuhören und nicht den Fokus auf all das zu legen, was uns „stört“. Das Sommerkleid ist dann eigentlich ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit – und die Lösung ganz simpel. Lest dieses Buch, es wird euren Umgang Konflikten wirklich total bereichern!
Ihr findet es zum Beispiel hier.

3. Stell dich auf Augenhöhe

Diesen Rat kann man ruhig wortwörtlich nehmen. Es hilft sehr weiter, wenn wir unseren Kindern auf Augenhöhe begegnen. Sich zu seinem Kind runtersetzen kann ihm sehr viel Respekt geben.
Auch wenn wir „Großen“ oft denken, mehr Macht zu haben, so bin ich davon überzeugt, dass wir nicht mehr und nicht weniger Macht haben als unsere Kinder und wir nicht weiter kommen, wenn wir unseren Kindern machtvoll gegenübertreten.

Klar haben wir mehr Erfahrungen gesammelt und können als Erwachsene mehr Entscheidungen auch für unsere Kinder treffen. Natürlich kann es in Extremsituationen helfen, unsere Macht zu nutzen, wenn ein Kind auf die Straße rennt oder um andere Unfälle zu verhindern.

Aber in alltäglichen emotionalen Konflikten bringt es uns Eltern glaube ich weiter, wenn wir versuchen, unsere Kinder wirklich mit dem selben Respekt zu behandeln, wie wir einen Erwachsenen behandeln würden. Es scheint manchmal schwer, die Bedürfnisse eines Kindes als wichtig anzusehen, aber genauso geht es unseren Kindern bestimmt auch oft mit uns! Ich versuche immer, meiner Tochter zu zeigen, dass ihre Meinung ebenso zählt wie meine.

4. Sucht gemeinsam nach Lösungen

Konflikte können dann richtig Spaß machen, wenn wir gemeinsam mit unseren Kindern nach Lösungen suchen. Manchmal muss ich nämlich nichts weiter tun, als meine Tochter fragen: wie kann ich dir helfen? Was könnte ich für dich tun?
Probiert es aus, der Effekt ist verblüffend! Meine Tochter sagte, ihr ist langweilig, wenn ich abwasche. Ich fragte sie: was kann ich da tun?
Sie sagte nicht etwa: Spiel mit mir und lass den Abwasch liegen. Nein. Sie sagte: Na dann wasch doch ganz schnell ab und danach spielen wir was. Ich schlug ihr vor, mir zu helfen, damit es schneller geht – das fand sie toll.
Das ist jetzt eine von vielen Situationen. Jeder Konflikt ist anders, aber wenn beide Seiten lösungsorientiert zu einander blicken, dann kann es eine Menge Streit ersparen!

5. Humor

Lachen kann emotionale Mauern einstürzen lassen. Es kann sehr helfen, die Situation leicht zu nehmen. Natürlich meine ich nicht, dass ihr das Bedürfnis eures Kindes lächerlich macht oder unpassende Witze erzählt – nein, ich meine die innere Heiterkeit, die gerade uns Erwachsenen manchmal fehlt. Die Situation mit dem Sommerkleid, das meine Tochter unbedingt anziehen wollte, kurz bevor unser Zug fuhr, fand ich nämlich eigentlich überaus lustig, wenn nicht gar filmreif! Manche Konflikte fühlen sich wirklich an, wie aus einer Komödie geschnitten und genau dieser Blickwinkel kann uns wirklich die Verkrampftheit ín Konflikten nehmen. Nehmt euch ruhig auch mal selbst auf die Schippe – es kann so wohltuend sein!

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