Intuitive Eltern

In Verbindung zu Dir und Deinem Kind

Die Sache mit dem Lob…

16. Oktober 2013 von Marietta | 2 Kommentare

Warum Lob Intuition hemmt und Feedback sie stärkt

Es ist allgemein immer angesehener, dass die alte Erziehungsmethode von Lob und Tadel in eine moderne Pädagogik nicht passt. Eltern, die mit ihren Kindern in Verbindung leben, lehnen Lob und Tadel als Möglichkeit, Kinder zu „erziehen“ ab.
Es gibt da viele einleuchtende Gründe, die wirklich gegen das typische „Fein gemacht“ und „Wie böse von dir“ sprechen und es wurde bereits viel darüber geschrieben. Wer sich noch nicht mit dieser Thematik befasst hat, dem möchte ich hier das Hauptargument gegen Lob nennen:

In eine intuitive, auf Vertrauen basierende Beziehung passt eine hierarchische Machtstruktur nicht.

Nichts anderes vermittelt Lob dem Kind : Der Erwachsene ist allwissend und hat die Macht, mich zu bewerten. Bewerten, Beurteilen und vielleicht auch Verurteilen hemmt eine vertraute Beziehung. Die Ansichten, ob etwas gut oder schlecht ist, sind meist sehr subjektiv und ein allgemeines: „das ist gut oder böse“ schließt eine gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation völlig aus.DSCF6348
Viele moderne freie Schulen haben das Konzept des bewertenden und allwissenden Lehrers daher abgeschafft. Auch wenn ein Erwachsener schon länger lebt und mehr Erfahrung hat, besitzt er dennoch nicht das Recht, über ein Kind zu urteilen, im positiven wie im negativen Sinne.
Wenn Schüler Hannes ein Bild malt und Lehrer Müller sagt: „das ist schlecht!“ dann ist das für Hannes ziemlich frustrierend. Denn vielleicht findet er das Bild schön? Wer hat Recht? Der Lehrer hat die Macht, dieses Bild zu beurteilen – was in diesem Beispiel natürlich einleuchtender Weise Quatsch ist, gerade bei Kunst leuchtet es ein, dass es nicht immer allgemein gültige Antworten gibt.
Doch, und das ist der scheinbar irritierende Punkt: Auch wenn Lehrer Müller nun zu Schülerin Josephine sagt: „Das Bild ist sehr gut!“ dann ist das genauso ein Urteil. Auch wenn es doch scheinbar für Josephine schön ist, ein Lob zu bekommen, so wird sie in dem Moment immer auf das Lob hoffen, vielleicht in Zukunft immer solche Bilder malen, weil sie „gut sind“ und gleichzeitig immer Angst vor dem „nicht gut“ haben. Dass Kinder zu machen haben, was man ihnen sagt, ist ein veralteter Ansatz und passt nicht in unsere Zeit.
Bindungsorientierte Eltern lehnen dieses Konzept ab. Alternative Schulen bemühen sich daher, den Lehrer als „Lernbegleiter“ und nicht als allgemein gültige Machtinstanz zu sehen. Das selbe versuchen auch viele Eltern und ich finde es schön, dass wir uns tendenziell aus diesem alten Erziehungsmodell, welches sich wirklich nicht in eine vertraute Beziehung zu unseren Kindern integrieren lässt, lösen.

ABER!

Und das möchte ich hier ganz dick und fett betonen: Ich glaube nicht, dass wir aufhören sollten, unseren Kindern Feedback zu geben!
Ich beobachte es häufig gerade in alternativen Kreisen und unter Eltern, die darauf ganz bewusst achten, nicht Lob und Tadel zu nutzen: Sie sagen einfach gar nichts mehr oder ganz gehemmt ein paar Worte. Hannes malt ein Bild und zeigt es seiner Mama und sie sagt nichts dazu. Das ist intuitive Elternschaft finde ich NICHT! Bitte, zeigt eure Meinung, euer Gefühl, eure Sicht. Es ist doch völlig unnatürlich, nichts zu empfinden, wenn wir ein Bild unseres Kindes sehen.
Gegen: „Ich finde das Bild sehr schön“ ist nichts einzuwenden. Es ist ein ganz subjektives Feedback, was wir uns ja von anderen auch wünschen. Der Unterschied scheint klein und ist doch so groß: Statt Lehrer Müllers Worte“ Das Bild ist gut“, was wirklich ein Urteil ist, könnt ihr getrost euren Kindern eure MEINUNG sagen. „ ICH FINDE das Bild schön/lustig/traurig/komisch/verblüffend…“ ist doch weder wertend noch verurteilend. Ich bitte also all diejenigen unter euch, die bisher versuchten, ja kein Lob auszusprechen, getrost euer Feedback zu geben!

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Ihr könnt ganz leicht erkennen, ob ihr urteilt oder Feedback gebt. Wenn ihr etwas aus euer Perspektive heraus sagt und klar ausdrückt, dass dies eure Sicht ist, dann gebt ihr kein Urteil ab. Lob und Tadel beginnen denke ich da, wo ihr eure Sicht als DIE WAHRHEIT darstellt.

Mir ist das sehr wichtig! Ich sehe zu oft diese Situationen, der strahlende Hannes schenkt seiner Mama ein Bild und sie denkt, ihm etwas gutes zu tun und seine Selbstständigkeit zu fördern, in dem sie nichts dazu sagt. Also, liebe Mamas und Papas, zeigt euren Kindern eure Gefühle und Empfindungen!

Umgang mit kindlicher Traurigkeit – mein „7-Punkte-Plan“

7. Oktober 2013 von Marietta | Keine Kommentare

Ich habe den Eindruck, der „typische“ Umgang mit kindlicher Traurigkeit erschwert uns manchmal unnötig den Alltag. Kennt ihr das auch? Weinende Kinder sind gerade in der Öffentlichkeit immer irgendwie zu beruhigen und der Druck, dass das Weinen aufhört, ganz groß. Und alle Versuche, Kinder abzulenken, machen es nur noch schlimmer…Ich finde es ist Zeit, einen einfacheren und schöneren Umgang mit Frust und Trauer von Kindern zu finden.

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Klar, kindliche Traurigkeit kann manchmal wirklich sehr heftig sein und es ist für mich auch manchmal eine Herausforderung, meine Nerven zu wahren. Z.B. wenn wieder keine Tomaten im Haus sind und meine Tochter unbedingt Tomaten essen will und so traurig ist, dass wir erstmal gar nichts essen können. Meine genervte Seite würde dann sagen: Meine Güte, wir haben nun mal keine Tomaten, dann iss doch bitte etwas anderes, dass ist doch nicht so schlimm! Meine Herzensseite aber sieht einfach nur die Traurigkeit meiner Tochter und versteht sie – es ist einfach blöd, wenn man sich auf Tomaten freut und dann sind keine da!

Nun finde ich es nicht verwerflich oder irgendwie „schlimm“, in solch einer Situation einfach auch mal genervt zu reagieren. Gerade bei solchen „Kleinigkeiten“ wie fehlenden Tomaten. Ich habe jedoch den Eindruck, dass es uns noch mehr in die Situation verstrickt und die Situation schlimmer wird, als sie eigentlich sein könnte. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass sich die Situation viel schneller entspannt, wenn wir als Eltern unseren Kindern Empathie schenken und sie einfach traurig sein lassen. Ihnen den Raum für Traurigkeit geben und ihnen vermitteln: „Ich sehe du bist traurig und ich nehme Anteil.“ Nicht mehr und nicht weniger ist nötig und die Traurigkeit löst sich oft einfach auf.

Der typische Reflex beim Aufkeimen von kindlicher Traurigkeit ist ja häufig, die Kinder mit irgendetwas abzulenken, ihnen etwas anderes (und das sind fast immer Süßigkeiten) anzudrehen oder, wenn nichts mehr geht, genervt zu reagieren und zu betonen, wie blöd das Geheule ist. Ich beobachte in letzter Zeit häufig solche Situationen und merke, wie schwer es Erwachsenen fällt, kindliche Traurigkeit anzunehmen oder auszuhalten.
Meine Oma macht meiner Tochter jedesmal, wenn sie nur ansatzweise über irgendetwas traurig ist, ein Geschenk (Ein Glück weiß sie, dass Süßigkeiten bei uns tabu sind!), zeigt auf etwas:“ Guck mal da!“ oder erzählt einen wirklich zum Scheitern verurteilten Witz – sie versucht mit aller Macht, meine Tochter vom Weinen abzuhalten und sie auf andere Gedanken zu bringen.
Ich verstehe das einerseits. Kinder können mitunter einen ganzen Tag lang über fehlende Tomaten schmollen und der ganze Tag ist im Eimer. Aber es bringt nichts. Die Traurigkeit ist trotzdem da und kann meistens durch solche Ablenkungsmanöver nur verschoben werden. Außerdem finde ich es manchmal richtig peinlich, mit welcher Energie Kinder abgelenkt werden sollen – das nimmt mitunter krampfartige Ausmaße an und es ist dann nicht mehr klar, wer jetzt ein Problem hat – der Erwachsene oder das Kind.

Warum haben wir so große Scheu davor, Kinder traurig zu erleben? Wenn eine erwachsene Person trauert, dann schenken wir ihr doch auch nicht einfach nur Schokolade. Wir fragen nach, zeigen Verständnis oder hören zu. Warum nicht bei Kindern? Die Angst vor dem endlosen „Geheule“ scheint da wirklich tief zu sitzen.

Soll ich euch sagen, was ich in letzter Zeit mache, wenn meine Tochter traurig oder frustriert ist? Es ist mein persönlicher kleiner 7 Punkte-Plan :) und ich sage euch: es funktioniert!
Nehmen wir das Tomatenbeispiel. Meine Tochter regt sich grade auf, dass sie UNBEDINGT TOMATEN ESSEN WOLLTE!!!!! Und ich….


1. Halte Inne. Atme.

Ich lasse alles los. Lege mein Besteck hin und Atme. Das ist ziemlich wichtig. Denn sonst würde ich wahrscheinlich gleich meinem antrainierten Reflex nachgehen und mich genervt aufregen. Das lasse ich wohlweislich bleiben. Ich bin erstmal gaaaaanz ruhig.

2. Nehme an

Ich nehme ganz bewusst an, dass meine Tochter traurig ist. Das ist vielleicht der schwerste Teil des Ganzen. Ich nehme die Traurigkeit an und versuche nicht, gegen sie anzukämpfen. Das spart ja so unglaublich viel Energie!!

3. Gebe Raum

Nun öffne ich mich ganz bewusst für diese Traurigkeit und gebe meinem Kind den gedanklichen Raum, sie zu empfinden. Das heißt, ich habe jetzt Zeit und Aufmerksamkeit nur für Sie.

4. Verbinde

Ich versuche, mich mit meiner Tochter emotional zu verbinden, mit Blickkontakt, in den Arm nehmen oder andere spontane Eingebungen.

5. Wiederhole das Problem

Es ist ziemlich simpel, aber ich sage meistens einfach nochmal, was meine Tochter stört: Ah, du wolltest unbedingt Tomaten essen und jetzt sind keine da. Bing! Meine Tochter hört auf zu nörgeln und sagt: ja, ich wollte Tomaten essen und es sind keine da. Das kann dann eine Weile so gehen. Manchmal höre ich auch einfach nur ihrem Redefluss zu.

6. Zeige Verständnis

Ich halte einfach aus, dass wir das (manchmal scheinbar kleine) Problem weiter angucken und zeige ihr, dass ich verstehen kann, warum sie traurig ist. Und dass ich auch gerne welche für Sie hätte, jetzt aber nicht einkaufen kann. Und noch einmal wiederhole ich, dass sie ja einfach nur Tomaten haben wollte.

7. Finde Möglichkeiten

Es ist verblüffend, aber oftmals ist meiner Tochter nach 3 Mal wiederholen des Problems auch die Lust am Traurigsein vergangen. Es ist jetzt ganz klar für alle: Sie wollte Tomaten haben und ist traurig. Es scheint sie dann richtig zu erleichtern, es nicht nochmal sagen zu müssen, weil ich es ja wirklich ganz offensichtlich verstanden habe. Und dann ist die Frage: Wollen wir etwas anderes für dich zum Essen finden? Das geht dann, wenn erst mal der Berg an Frust überwunden ist, ganz leicht.

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Das klingt jetzt sehr theoretisch und ist natürlich in jeder Situation ganz anders. Aber das Muster bleibt: Innehalten, annehmen, Raum geben, sich verbinden, das Problem wiederholen, Verständnis zeigen und dann neue Möglichkeiten finden.

Es klingt vielleicht auch sehr zeitintensiv – aber es sind vielleicht 5 Minuten. Wenn man bedenkt, wie lange eine eskalierte Situation Zeit rauben kann und wie viel Energie du sparst, wenn du einfach nur da bist und nicht gegen die Traurigkeit deines Kindes ankämpfst, dann ist es enorm, wie simpel es sein kann, dein Kind zu „beruhigen“.

5 Strategien für friedliche Konflikte mit Kindern

5. Oktober 2013 von Marietta | Keine Kommentare

Ein Familienleben kann noch so wundervoll und die Verbindung zwischen Eltern und Kindern intuitiv und nah sein – Konflikte gibt es in jeder Familie . Konflikte gehören finde ich zu einer Beziehung dazu, doch müssen sie uns glaube ich nicht entfremden oder Kraft rauben, sondern können uns durchaus noch näher zusammenbringen.
Nach einem Streit mit meiner Tochter, wenn wir uns versöhnt in den Armen liegen, fühle ich mich immer noch näher an ihr dran und verstehe sie wieder etwas besser. Jeder Konflikt birgt ein Puzzlestück Verständnis für sich selbst und den anderen mit sich. Ich glaube, Konflikte mit Kindern können unseren Familienalltag sogar sehr bereichern, wenn wir sie bewusster annehmen. Ich will mit euch hier meine fünf liebsten Strategien teilen, die mir helfen, Konflikte mit meiner Tochter friedlich zu lösen:

1. Nimm dir Zeit

Kennt ihr das auch?: wir wollen ganz schnell los, der Zug fährt bald und plötzlich fällt meiner Tochter ein, dass sie ihr rotes Sommerkleid von vor 2 Jahren anziehen will. Das steckt in irgendeiner Kiste, in irgendeinem Schrank und die Chance, es gleich zu finden, ist Null und die Chance, dass es ihr überhaupt noch passt, ist Minus 10. Aber es muss jetzt her!, meint meine Tochter….jeder Versuch, sie zum Gehen zu überreden bringt noch mehr Eskalation…….aaahhhhh – tief durchatmen, entspann dich, setz dich. Nimm dir 2 Minuten Zeit.
Mir hilft es in solchen Situationen immer, einfach wirklich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, meiner Tochter in die Augen zu sehen und ihr zu zeigen, dass ich ihren Wunsch ernst nehme und ihr helfen will. Dass es jetzt nicht gleich sofort gehen kann, aber dass wir gemeinsam, wenn wir wieder kommen, in allen Kisten nach dem Sommerkleid suchen.
Ich weiß, wir Erwachsenen stecken oft in einer anderen Zeitvorstellung als unsere Kinder. Es scheint völlig absurd, jetzt Sommerkleider zu suchen – aber unsere Kinder haben eine andere Vorstellungen davon, was möglich ist. Wer sagt, was geht oder nicht? Zeit für den anderen zu haben kann einen Konflikt wirklich sehr entspannen. Und manchmal glaube ich, wollte meine Tochter auch nicht wirklich ihr Sommerkleid sondern genau das: Zeit und Aufmerksamkeit von mir.

2. Gewaltfreie Kommunikation

Es ist so simpel und verändert Konflikte so tiefgreifend. Wer sich noch nicht mit Gewaltfreier Kommunikation befasst hat, dem empfehle ich unbedingt, das Buch „Gewaltfreie Kommunikation“ von Marshall B. Rosenberg zu lesen. Es erleichtert jeden Konflikt und zeigt uns, was sich hinter manchem Streit eigentlich verbirgt. Rosenbergs Ansatz ist, dass wir Konflikte lösen, in dem wir unserem Gegenüber Empathie entgegenbringen und versuchen zu verstehen, was sein eigentliches Bedürfnis ist.
Gerade mit Kindern ist es sehr fruchtbringend, ihre Bedürfnisse anzuhören und nicht den Fokus auf all das zu legen, was uns „stört“. Das Sommerkleid ist dann eigentlich ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit – und die Lösung ganz simpel. Lest dieses Buch, es wird euren Umgang Konflikten wirklich total bereichern!
Ihr findet es zum Beispiel hier.

3. Stell dich auf Augenhöhe

Diesen Rat kann man ruhig wortwörtlich nehmen. Es hilft sehr weiter, wenn wir unseren Kindern auf Augenhöhe begegnen. Sich zu seinem Kind runtersetzen kann ihm sehr viel Respekt geben.
Auch wenn wir „Großen“ oft denken, mehr Macht zu haben, so bin ich davon überzeugt, dass wir nicht mehr und nicht weniger Macht haben als unsere Kinder und wir nicht weiter kommen, wenn wir unseren Kindern machtvoll gegenübertreten.

Klar haben wir mehr Erfahrungen gesammelt und können als Erwachsene mehr Entscheidungen auch für unsere Kinder treffen. Natürlich kann es in Extremsituationen helfen, unsere Macht zu nutzen, wenn ein Kind auf die Straße rennt oder um andere Unfälle zu verhindern.

Aber in alltäglichen emotionalen Konflikten bringt es uns Eltern glaube ich weiter, wenn wir versuchen, unsere Kinder wirklich mit dem selben Respekt zu behandeln, wie wir einen Erwachsenen behandeln würden. Es scheint manchmal schwer, die Bedürfnisse eines Kindes als wichtig anzusehen, aber genauso geht es unseren Kindern bestimmt auch oft mit uns! Ich versuche immer, meiner Tochter zu zeigen, dass ihre Meinung ebenso zählt wie meine.

4. Sucht gemeinsam nach Lösungen

Konflikte können dann richtig Spaß machen, wenn wir gemeinsam mit unseren Kindern nach Lösungen suchen. Manchmal muss ich nämlich nichts weiter tun, als meine Tochter fragen: wie kann ich dir helfen? Was könnte ich für dich tun?
Probiert es aus, der Effekt ist verblüffend! Meine Tochter sagte, ihr ist langweilig, wenn ich abwasche. Ich fragte sie: was kann ich da tun?
Sie sagte nicht etwa: Spiel mit mir und lass den Abwasch liegen. Nein. Sie sagte: Na dann wasch doch ganz schnell ab und danach spielen wir was. Ich schlug ihr vor, mir zu helfen, damit es schneller geht – das fand sie toll.
Das ist jetzt eine von vielen Situationen. Jeder Konflikt ist anders, aber wenn beide Seiten lösungsorientiert zu einander blicken, dann kann es eine Menge Streit ersparen!

5. Humor

Lachen kann emotionale Mauern einstürzen lassen. Es kann sehr helfen, die Situation leicht zu nehmen. Natürlich meine ich nicht, dass ihr das Bedürfnis eures Kindes lächerlich macht oder unpassende Witze erzählt – nein, ich meine die innere Heiterkeit, die gerade uns Erwachsenen manchmal fehlt. Die Situation mit dem Sommerkleid, das meine Tochter unbedingt anziehen wollte, kurz bevor unser Zug fuhr, fand ich nämlich eigentlich überaus lustig, wenn nicht gar filmreif! Manche Konflikte fühlen sich wirklich an, wie aus einer Komödie geschnitten und genau dieser Blickwinkel kann uns wirklich die Verkrampftheit ín Konflikten nehmen. Nehmt euch ruhig auch mal selbst auf die Schippe – es kann so wohltuend sein!

Kastanien über Kastanien…11 kreative Ideen für Kinder von Kindern

4. Oktober 2013 von Marietta | Keine Kommentare

11 Ideen für einen bunten Kastanientag

Kastanien

Habt ihr schon mal 927 Kastanien gezählt? Es ist ein Ereignis!
Heute waren meine Tochter, ihre Freundin und ich im Wald und haben genau 927 Kastanien gesammelt. Wer immer noch glaubt, Homeschool – Kindergarten könnte langweilig sein, dem sei unser Kastanientag ein kreativer Ideenpool!

Kastanien kann man nicht nur einfach sammeln. Alle Schulfächer und noch viel mehr Lernbereiche können mit Kastanien zur Geltung kommen – ich zeig euch mal ein paar der Sachen, die wir heute gemacht haben:

1. Kastanien sammeln

Kastanien sammeln heißt nicht nur Kastanien sammeln. Es heißt durch Büsche und Geäst huschen, bücken, kriechen, hüpfen, rennen und dabei vieles andere entdecken. Schnecken, Käfer, interessante Hölzer und Wurzeln…Was ist das ? Wie heißt der Pilz? Warum hat der Käfer Flügel? Biologie lässt grüßen…

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2. Kastanien sortieren

Den Kindern fiel es gleich auf – Kastanien sind nicht nur rund. Es gibt fast Würfelförmige, eckige, platte, große und winzig kleine…ihr glaubt, geometrisches Wissen erlangt man nur mit Zirkel und Geodreieck?

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3. Kastanienbilder legen

Mandalas, Häuser, Tiere, Ornamente – was kann man nicht alles mit diesen runden kleinen Waldschönheiten erschaffen. In jedem von uns wohnt ein anderer Kastanienkünstler!

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4. Kastanien zählen

Mit Kindern 927 Kastanien zu sammeln kann wirklich ziemlich lustig sein. Jeder wirft Kastanien rein und wir zählen jede einzelne. Nach spätenstens 300 wird der Mund vom zählen fusselig und es ist ziemlich lustig, was da für Versprecher rauskommen! Mathelehrer hätten ihre wahre Freude…

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5. Kastanienweitwurf

Wie weit kann man mit einer Kastanie werfen? Unser Rekord heute lag bei 23 Schritten. Wie weit schafft ihr es? Sportunterricht kann so simpel sein:)

6. Kastanienkreis

In einem großen Kreis aus Kastanien kann man wunderbare Kreistänze machen. Ringel-Ringel-Reihe ist nur einer der vielen Tänze – Kinder lieben es und ich muss jedesmal lachen, wenn ich einen Drehwurm habe:)

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7. Kastanienketten

Habt ihr einen Kastanienbohrer? Dann legt los – Ketten, Armreifen und lange Kastanienschnüre sind so vielseitig. Kinder können noch Wochen danach damit spielen, die Wohnung dekorieren oder Zahlreihen bilden…

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8. Kastanienbett

Eine schöne Meditation am Ende. Legt euch ein paar Kastanien unter und legt euch darauf. Rumrollern und Massieren erlaubt! Es macht auch Spaß, mit den Füßen über Kastanien zu laufen.

9. Kastanienkorb

wenn dann 927 Kastanien auf der Wiese verstreut rumliegen eignet sich ein Korb als Ziel: alle werfen in den Korb – wer hat die meisten Treffer?

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10. Waschmittel machen

Wenn ihr euren Korb dann nach Hause tragt, könnt ihr gleich noch Waschmittel machen – ja das geht wirklich! Einfach Kastanien in einem Baumwollbeutel zerstampfen, in Wasser einweichen und den Sud später in die Waschmaschine geben. Das macht mit Kindern irre Spaß. Mit Hammer auf Kastanien einhauen und dann auch noch mit Wasser übergießen ist einfach richtig spannend auch für kleine Kinder. Ich verspreche euch, Waschen macht gleich doppelt so viel Spaß! Eine tolle Anleitung gibt es hier


11. Kastanientiere

Juhu! Wenn ihr dann (so wie wir gerade) immer noch gefühlte 10000 Kastanien im Korb habt, dann setzt euch abends zusammen, nehmt jeder einen Kastanienbohrer und macht einzigartige Figuren aus den Kastanien. Wir stellen sie gern auf unseren Jahreszeitentisch – da lacht uns dann jeden Tag der Herbst an!

Na, habt ihr Lust auf einen Kastanientag bekommen? Ihr werdet merken, die Ideen sprudeln über – schreibt mir, was ihr und eure Kinder so mit Kastanien anstellt! Was macht ihr mit euren
(Homeschool-) Kindern im Herbst?

Auf in die Herbstsonne! Genießt die letzten warmen Strahlen!

Wie lange „sollte man“ stillen? – 5 Elemente einer schönen Stillbeziehung

3. Oktober 2013 von Marietta | Keine Kommentare


Ich glaube, kaum zu einer Zeit wurde so viel über den Sinn, die Häufigkeit und optimale Länge des Stillens diskutiert wie heute. Es gibt die absoluten Stillfanatiker, die voll in die Offensive treten und es gibt die Mütter, die lieber gar nicht erst damit anfangen. Es gibt genaue Stillzeitvorgaben und Abstillpläne, es gibt Stillberater und Stillcafés – Stillen ist ziemlich viel diskutiert.

Stillen in entspannter Atmosphäre

Stillen in entspannter Atmosphäre

Einerseits freut es mich, dass wir aus einer Zeit heraustreten, in der Stillen ein Tabuthema war und Flaschenmilch der Trend. Es ist schön, wieder Normalität beim Stillen zu empfinden. Andererseits merke ich, dass selbst in Kreisen von Langzeitstillverfechtern die intuitive und ursprüngliche Seite des Stillens manchmal etwas in den Hintergrund tritt. Stillen ist teilweise zu einem Programm geworden. Ähnlich die Frage wie lange man stillen „sollte“. Schadet zu langes Stillen dem Kind? Wann ist die „Grenze“ erreicht?
Bis mindestens zum 2. Lebensjahr zu stillen wird immerhin von der WHO empfohlen – aber was ist danach? Dass die WHO mit der Angabe „mindestens“ keine allgemeine Grenze setzt, finde ich sehr schön, aber ich sehe, dass viele diese Grenze suchen oder gern eine konkrete Angabe hätten, bis wann Stillen „gut“ ist.
Ich möchte den Mamas unter euch ein bisschen den Dschungel an Meinungen entwirren. Die Frage, wie lange ihr stillen „solltet“ ist nämlich glaube ich ganz allein eure Entscheidung und natürlich die eures Kindes.

Meine Tochter ist 3 1/2 und ich stille sie „immer noch“. Auf die Frage, wie lange ich sie noch stillen möchte, habe ich keine konkrete Antwort, weil ich mir keine Fristen setze oder konkrete Gedanken mache. Es wird sich, glaube ich, ganz automatisch ergeben. Ich kann da sehr entspannt sein, kenne jedoch auch zu genüge die Zweifel und kritischen Bemerkung, die nun einmal auftauchen, wenn man sein Kind länger als in den westlichen Kulturen üblich stillt.

Die folgenden Überlegungen helfen mir zu Selbstvertrauen in Hinblick auf das Stillen. Diese 5 Aspekte in einer erfüllten Stillbeziehung möchte ich gern mit euch teilen.

1. Hört auf euer Gefühl

Falls euch Stillen angenehm ist, ihr überhaupt nicht an Abstillen denkt und es vielleicht nur aus dem Grund tun würdet, dass „jetzt die Zeit des Stillens vorbei ist“, dann still einfach weiter. Aus meiner Sicht ist langes Stillen weder gefährlich noch schadet es irgendwem, solange sich alle Beteiligten damit wohlfühlen.Natürlich fühlt man sich nicht gerade wohl, ein 4 jähriges Kind in der Bahn zu stillen und alle glotzen fraglich. Stillen über 2 ist einfach noch nicht so „normal“. Wichtig ist jedoch ganz allein, wie ihr euch beim Stillen für euch fühlt. Zu viel darüber nachzudenken, ob es gut oder schlecht oder was auch immer ist, bringt euch völlig vom ursprünglichen Gefühl ab, was Stillen FÜR EUCH bedeutet.

2. Setzt euch keine vorgefertigten Grenze

Immer wieder treffe ich Mamas, die sich schon in der Schwangerschaft vorgenommen haben, ab einem bestimmten Alter des Babys abzustillen. Dann höre ich von stressigen Abstillphasen und Zweifeln. Umgedreht nehmen sich manche Mütter vor, unbedingt bis 5 zu stillen und geraten dann in eine Art „Durchhaltestillen“, um ja die 5 Jahre zu erreichen.
Ich möchte euch Mamas Mut machen, mit dem Stillen ohne Zeitplan zu beginnen. Es gibt keine „Abstillzeit“. Es gibt tausende verschiedene Stillbeziehungen. Lasst euch auf eure Stillbeziehung ein und legt euch nicht auf irgendeine Zahl fest, die euch vielleicht mehr Stress als Hilfe bedeutet.

3. Stillt von Herzen

Dieser Aspekt einer schönen Stillbeziehung ist für mich wirklich wichtig. Sicherlich gibt es viele viele Vorteile des Stillens und die WHO oder die LaLEche Liga klären hier viel auf. Stillen unterstützt unsere Kinder gesundheitlich und emotional auf geniale Weise. Aber all diese Vorteile sind nicht der eigentliche Grund, warum eine Mama ihr Baby nach der Geburt an die Brust nimmt. Es ist einfach ein BEDÜRFNIS einer Mama, ihr Kind zu stillen. Wenn ihr lange stillen wollt und dies nur tut, damit euer Kind Antikörper bekommt, dann könnte euch diese Stillbeziehung eventuell irgendwann auslaugen. Achtet bitte zu aller erst auf euer Gefühl und nicht auf die vielen Gründe zu Stillen.

4. Löst euch von kritischen Familienansichten oder Expertenmeinungen

Für eine gesunde Stillbeziehung glaube ich, kann es Gift sein, sich zu sehr nach Expertenmeinungen oder der Meinung von Familienmitgliedern/Freunden zu richten. Sicherlich können lieb gemeinte Hinweise auch weiterhelfen – aber es ist eure Beziehung. Es kann mitunter schwer fallen, zu stillen, wenn die eigene Mutter permanent dagegen redet. Schützt euch davor! Es ist nicht eure Aufgabe, die Ängste anderer zu übernehmen. Das gilt natürlich für fast alle Lebensbereiche – in einer so sensiblen Beziehung wie beim Stillen ist es jedoch wirklich wichtig, bei euch zu bleiben!
Es ist schön, dass Stillen mittlerweile auch aus wissenschaftlicher Sicht anerkannt und für wichtig befunden wird. Es ist jedoch für eure Stillbeziehung nicht das Wichtigste, ob andere euer Stillen befürworten oder nicht. Eurer Mutterinstinkt weiß schon am besten, was gut für euch ist…

5. Bezieht eurer Kind mit ein.

Eine Stillbeziehung ist primär die Beziehung zwischen dir und deinem Kind. Niemand hat so eine Beziehung zueinander wie ihr. Es können andere also nur bedingt Rat geben, was für euch gut ist. Kinder spüren sehr wohl, wie ihr euch beim Stillen fühlt – teilt euch mit. Falls ihr nicht wisst, wie lange ihr stillen wollt oder euch irgendwie unwohl fühlt, dann teilt eure Gefühle es mit euren Kindern. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich dabei einige Blockaden sehr schnell auflösen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ich freu mich über eure Fragen, Anregungen und euer Feedback.

Das Schönfinde – Mobile

2. Oktober 2013 von Marietta | 2 Kommentare

Ich möchte mit euch eine froh machende Idee teilen: Das Schönfinde-Mobile. Es ist eine Erfindung von meiner Tochter. Wir liefen neulich durch den Wald, sammelten alle möglichen Sachen, die man im Wald so findet und beschlossen, ein Mobile daraus zu bauen.

Materialien für das MobileZuhause im Garten breiteten wir alle Materialien aus und fingen an, sie zusammenzufügen. Meine ganz begeisterte Tochter kam auf die Idee, dass wir bei jedem Teil, dass wir aufhängen, an etwas denken, was wir schön finden. Sie nahm einen Tannenzapfen, band ihn mit der Schnur an das Mobile und sagte: „Ich finde es schön, dass Vögel so schöne Federn haben.“ Dann nahm ich etwas, hing es auf und sagte ebenfalls, was ich schön finde.
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Das ging eine Weile hin und her, wir mussten viel lachen und freuten uns über die Sachen, die wir schön fanden – und am Ende hatten wir ein wunderschönes Waldmobile und hingen es unter den Apfelbaum.

Ich kann es euch nur empfehlen – geht in den Wald oder auf die Wiesen, sammelt Blätter, Äste, Blumen, Zapfen und was auch immer ihr schön findet und bastelt euch daraus zu Hause ein Schönfinde-Mobile. Es macht den Kleinsten und Großen Spaß, verbindet euch und eure Fantasie und es macht einfach froh, an so viele schöne Sachen zu denken…

Unser Schönfinde-Mobile

Probiert es aus! Sehr schön auch, wenn ihr euch mal wieder nach intensiver Zeit für euch als Familie sehnt. Das macht auch mit Großeltern und der ganzen Großfamilie Spaß!

Was ihr braucht: nichts weiter als Schere, Schnur (oder dicker Faden), Äste und Naturfundstücke zum Aufhängen. Und natürlich Zeit für euch und eure schönen Sachen!

Es geht auch ohne Kindergarten

27. September 2013 von Marietta | 146 Kommentare


Die 3 Hauptargumente gegen Homeschool-Kindergarten und wie du damit umgehen kannst

Dies ist mein erster Blogbeitrag…Mit welchem Thema beginne ich bloß?? Vielleicht mit dem, was gerade bei uns sehr präsent ist. Unsere Tochter ist nun über 3 – und geht nicht in den Kindergarten.

Gleich vorneweg: Ich habe prinzipiell nichts gegen Kindergärten. Ich kenne einige sehr schöne Kindergärten und Eltern und Kinder, die sich darin wohlfühlen. Es geht mir nicht darum, Eltern zu überzeugen, ihre Kinder nicht in den Kindergarten zu geben. Was ich mir wünsche ist, dass Kinder und Eltern die Wahl haben, ob sie einen Kindergarten besuchen wollen oder nicht. In Deutschland haben wir rein theoretisch die Wahl – und Homeschool-Kindergarten Eltern haben dennoch einige gesellschaftliche Hürden zu überwinden…

Bei uns ist es mittlerweile auch dem letzten Nachbarn aufgefallen, dass unsere Tochter in keinen Kindergarten geht und die Frage: „Wann kommt sie denn in denn Kindergarten?“ hat sich verwandelt in die Frage:

1. „Ist es nicht sehr eintönig und anstrengend den ganzen Tag allein mit einem Kind zuhause?“

Damit wären wir bei dem ersten Argument gegen Homeschool-Kindergarten, dass immer wieder auftaucht und uns vielleicht an unserem Leben ohne Kindergarten (oder Schule) zweifeln lässt. Es könnte uns Eltern unterfordern, langweilen oder total belasten. Ich höre immer wieder den Rat, mich doch auch mal wieder selbst zu verwirklichen und meine Talente zu entwickeln. Ich verstehe die Sorge, ich könnte, plump gesagt, geistig einschlafen, aber ich teile sie nicht. Ich glaube, Eltern, die in Verbindung zu sich und ihren Kindern leben, kennen keine Langeweile oder Eintönigkeit. Die neue Generation Mütter, die ihre Kinder selber „betreut“ , ist keine Generation der Muttis am Herd, die den ganzen Tag nur Kochen, Backen, Putzen und das Kind aufs Töpfchen setzen. Es sind Mamas und Papas die es lieben, für ihre Kinder da zu sein, ihnen Fragen zu beantworten und mit ihnen gemeinsam zu wachsen. Das ist Selbstverwirklichung pur, ziemlich anspruchsvoll und alles andere als eintönig. Es geht hier nicht um das bloße „betreuen“, es geht um eine ganz bindungsbewusste Lebensform – die immer mehr Eltern anstreben.

2. Kinder brauchen Kontakt zu Gleichaltrigen

Ich denke, auch diese Zweifel kennen alle, die ihr Kind nicht von Tagesmüttern/Kita (oder auch Schule) betreuen lassen: Kinder brauchen andere (gleichaltrige!)Kinder um ihre Sozialkompetenz zu entwickeln.
Nun ja. Dieses Argument scheint allgemein akzeptiert. Auch in den Medien höre ich es hin und wieder. Es scheint auf Anhieb einzuleuchten.

Diese oder ähnliche Aussagen zeigen mir jedoch deutlich, welches Bild über eine Betreuung ohne Kindergarten leider noch überwiegt: Die einsame Mama ist den ganzen Tag allein mit ihrem Kind zu Hause und auf verlassenen Spielplätzen und hat keinen Kontakt zu anderen Menschen außer zum Papa, der Abends von der Arbeit kommt. Das einzig spannende für das Kind ist der Fernseher. DAS wäre in der Tat für beide, Mama und Kind, ziemlich eintönig und dann wäre ein Kindergarten vielleicht spannender.

Ich kenne jedoch kein Kind ohne Kindergarten, welches keine Freunde hat. Unsere Tochter zum Beispiel hat wunderbare, tiefe Freundschaften. Nicht nur zu Gleichaltrigen – und das ist mir ganz besonders wichtig hervorzuheben. Die Freunde meiner Tochter sind 4 Monaten bis 85 Jahre alt und jede Freundschaft einzigartig.
Natürlich brauchen Kinder Kontakte zu anderen Menschen – wie wir Erwachsene auch. Wir sind soziale Wesen. Aber ich glaube nicht, dass 3-jährige nur mit 3-jährigen spielen können und Schulkinder nur mit Schulkindern (und Rentner nur mit Rentnern). Ich finde es viel eintöniger, den ganzen Tag ausschließlich mit 3-jährigen zu spielen als mit Menschen jeder Altersgruppe. Und vor allem die Wahl zu haben, mit wem man gerade Kontakt haben möchte…
Liebe Mamas und Papas, die ihr eurer Kind zuhause betreut: Legt diese Sorge beiseite! Eure Kinder wollen andere Menschen erleben und natürlich auch mit Kindern sein – in einem bewussten Leben mit Kindern ergibt sich das jedoch nach meiner Erfahrung ganz natürlich. Ich weiß, es scheint sehr schwer, in der Woche vormittags ein Kind zu treffen, dass nicht in den Kindergarten geht. Aber es gibt Nachmittage und Wochenenden und viele kreative Lösungen…

3. Kindergärten sind für die Frühförderung der Kinder wichtig

Frühförderung so früh wie möglich. Englisch am besten schon im Mutterleib. Ich habe Pädagogik studiert und ich kenne diese neuen Ansätze zu genüge. Frühförderung. Die Angst vor dem dummen Kind, welches nicht lesen und schreiben kann und seine Fähigkeiten nicht entwickeln konnte…entschuldigt die Ironie, mir ist jedoch wichtig, dass wir Eltern die Angst loslassen, unsere Kinder könnten verblöden. Ja, es gibt sie, die Kinder, die in der 9. Klasse noch nicht lesen können und es gibt viele viele Förderschulen mit vielen vielen verhaltensgestörten,, lernbehinderten oder anderen „förderbedürftigen“ Kindern. Ich habe selbst in solchen Schulen gearbeitet. Und ich lehne die Frühförderangebote an engagierten Kindergärten überhaupt nicht ab – ich glaube nur, dass die Kinder, die in der 9. Klasse noch nicht lesen können oftmals ganz andere Probleme haben als fehlende Frühförderung und dass wir unseren Kindern nicht die Zukunft verbauen, wenn wir ihnen die Frühförderangebote in Kindergärten „vorenthalten“. Fast jeder Schüler, den ich in Schulen für lernbehinderte oder verhaltensauffällige Kinder kennenlernte, hatte Probleme im Elternhaus, schwerwiegende traumatische Erfahrungen oder andere lebensbedingte Konflikte.

Eltern, die ihre Kinder bewusst zuhause betreuen, kennen ihre Kinder. Sie geben ihren Kindern die beste Frühförderung überhaupt: eine sichere, liebevolle Begleitung in vertrauter Umgebung.
Kinder lernen von Anfang an! Sie wollen, ja sie können nicht anders! Eltern, die mit ihren Kindern bewusst und in Verbindung leben, können ganz den Interessen der Kinder nachgehen, ihre Fragen beantworten und mit ihnen kreativste Sachen ausprobieren. So ein selbstgewähltes Leben ohne Kindergarten mit einfühlsamen Eltern „fördert“ meiner Meinung nach Kinder so individuell wie nur möglich…Für alle, die sich ein paar Vorlagen wünschen gibt es viele Materialien im Internet und ich empfehle z.B. diese tolle Seite mit Homeschool-Kindergarten Curriculum: http://lavendersbluehomeschool.com/ (Zwar alles auf englisch, aber das fördert ja gleich die Zweisprachigkeit…:)

Ein Leben ohne Kindergarten wird wieder modern. Es wagen sich immer mehr Eltern an diese Lebensform. Wenn ihr das Gefühl habt euch ohne Kindergarten wohler zu fühlen, dann probiert es aus! Wenn ihr eurer Kind nur aus den oben genannten 3 Hauptargumenten in den Kindergarten geben wollt, dann geht in euch und lasst die Ängste los! Es kann nichts passieren, es ist nichts Verantwortungsloses und ich glaube, solange ihr euch wohl fühlt und euch bewusst dazu entscheidet, ist es ein wunderbares Leben für euch und eure Kinder.