Die Sterilisation von Frau und Mann im Vergleich

Die Sterilisation von Frau und Mann im Vergleich

Wenn in der Partnerschaft eine Sterilisation in Frage kommt, stellen sich beide Seiten häufig die berechtigte Frage, was besser geeignet ist: Soll die Frau sich sterilisieren, oder vielleicht doch lieber der Mann ?

Die Überlegung ist klar berechtigt, weil zwischen beiden Optionen große Unterschiede bestehen. Die Gegenüberstellung von der Tubenligatur (gängige Methode der Sterilisation bei der Frau) und von der Vasektomie (Sterilisation beim Mann) soll bei der Entscheidung unsicherer Paare helfen.

Pro und Contra bei der Vasektomie und der Tubenligatur

Eine Sterilisation verfolgt im allgemeinen das Ziel, eine sichere und anhaltende Verhütung zu gewährleisten. Daher stellt sich häufig die Frage nach einem langfristigem Schutz. Laut bisherigen Statistiken liegt der Schwangerschaftsanteil nach der Sterilisation von Frauen und Männern klar unter einem Prozent. Somit sind beide Methoden zuverlässig und sinnvoll.

Der Pearl Index liegt bei der Vasektomie bei 0,1, bei der Sterilisation der Frau jedoch bei etwa 0,1 bis 0,3. Daraus lässt dich schließen, dass die Vasektomie die zuverlässigere und sicherere Verhütungsmethode ist, wenngleich nicht zu 100% ausgeschlossen ist, dass nach der Sterilisation Männer auf keinen Fall mehr Kinder erzeugen können.

Die Operations- und Narkoserisiken

Vergleicht man die Abläufe der Tubenligatur mit dem der Vasektomie, fallen Unterschiede in der Komplexität von beiden Operationen auf. Beim Mann erfolgt die Operation meist ambulant und ist auch mit Lokalanästhesie. Eine Vasektomie kann schon nach etwa 30 Minuten vollendet sein.

Die Sterilisation bei bei Frauen dagegen, wird vorwiegend mittels Vollnarkose, Bauchspiegelung oder auch als Bauchoperation vorgenommen. Dementsprechend sind die Risiken etwas höher im Vergleich zur harmloseren Vasektomie des Mannes. Eine weitere mögliche Gefahr ist, dass im Verlauf der Operation bei der Frau umliegende Nerven oder die Organe beschädigt werden können.

Keines der Methoden hat einen schädigenden Einfluss auf den Hormonhaushalt, die Sexualität oder andere Organsysteme im Körper.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie bei jeder Operation, besteht bei der Sterilisation der Frau, als auch des Mannes ein gewisses Risiko. Es können eventuell Entzündungen, Heilungsstörungen der Wunde, Blutergüsse oder anhaltende Nachblutungen auftreten. Bei der Vasektomie sind schwere Komplikationen relativ selten. Nach der Vasektomie können eventuell Schwellungen an den Hoden und eine leichte Beschwerde im operierten Bereich vorkommen. Die Gefahr von chronischen Schmerzen im Operationsgebiet liegt nur im einstelligen Prozentbereich.

Verglichen mit der Vasektomie sind die potentiellen Nachwirkungen der Sterilisationsoperationen bei Frauen höher. Die Risiken einer Eileiterschwanger- oder einer Bauchhöhlenschwangerschaft sind erhöht. Auch eine eventuelle Störung im Hormonhaushalt kann bei der Frau nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden.
Ein weiteres Problem kann das vorzeitige Eintreten der Menopause bei der Frau sein. Frauen, die ihre letzten Periodenblutungen ungewöhnlichen Abständen bekommen haben, weisen erhöhte Risiken auf, an Knochenschwund erkranken zu können.

Bei der Sterilisation von weiblichen Patienten kann in seltenen Fällen das sogenannte PTL Syndrom auftreten. Dieses Syndrom beinhaltet gefährliche Blutungsstörungen, welche häufig zu der Entfernung von eigenem Körpergewebe und/oder der Gebärmutter führen.

Auch kann in seltenen Fällen die Psyche der Patienten leiden. Der oder Die Betroffene fühler sich in manchen Fällen nicht mehr als vollwertigen Vertreter des Geschlechts. Aus dem Grund ist es wichtig, dass die Entscheidung der Sterilisation aus Überzeugung kommen muss.

Kosten einer Sterilisation

Die Operationskosten der Tubenligatur sind meistens deutlich höher, als für die Vasektomie des Mannes. Die Sterilisation der Frau überschreitet häufig 1000EUR. Die Vasektomie des Mannes kostet meist nur 400-600EUR .

Sterilisation rückgängig machen

Hat ein Mann den Wunsch, die Vasektomie rückgängig zu machen, kann ein erfahrener Urologe eine sogenannte Vasovasostomie durchführen. Diese Operation ist mikrochirurgisch. Dabei wird due Durchgängigkeit der Samenleiter hergestellt. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft nach einer erfolgreichen Vasovasostomie ist relativ gut, ist aber allerdings nicht immer garantiert.

Die Rückgängigkeit einer Sterilisation bei der Frau ist vergleichsweise schwerer und mit einem hohen Aufwand verbunden. Die Erfolgsrate ist meist niedriger.
Auch die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft nach der Refertilisierung ist erhöht. Eine Eileiterschwangerschaft kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird, zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.
Ab und zu werden Tubenligaturen – als nicht umkehrbar beschrieben. Das entspricht allerdings nicht dem heutigen Stand der Medizin.

Fazit

In vielen Fällen wird eine bevorzugt. Dennoch muss das Paar, das über die Sterilisation nachdenkt, abwägen, ob der geplantenEingriff bei der Frau oder beim Mann durchgeführt wird. Auch die gesundheitliche Verfassung des Partners oder das Alter sollten beachtet werden. Ein Beratungsgespräch beim Facharzt ist oft hilfreich.

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